Stellantis schrumpft Opel-Entwicklung in Rüsselsheim weiter
Der Autokonzern Stellantis setzt den Abbau am traditionsreichen Opel-Stammsitz in Rüsselsheim fort. Das Entwicklungszentrum soll erheblich verkleinert werden, wobei die Zahl der Ingenieurinnen und Ingenieure von aktuell rund 1.650 auf künftig nur noch 1.000 Mitarbeiter reduziert wird. Diese verbleibenden Fachkräfte werden sowohl an der Entwicklung von Opel-Modellen als auch an konzernweiten Themenfeldern arbeiten.
Dramatischer Rückgang seit der Übernahme durch PSA
Der Niedergang der einst stolzen Opel-Entwicklung zeigt sich in erschreckenden Zahlen: Bei der Übernahme durch die Peugeot-Mutter PSA im Jahr 2017 waren bei Opel noch etwa 7.000 Entwickler beschäftigt. Seitdem haben zahlreiche Experten den Autobauer verlassen, ganze Abteilungen wurden geschlossen, und ein Teil der Beschäftigten wechselte zum Ingenieurs-Dienstleister Segula.
Ausstiegsprogramme reichen nicht mehr aus
Der nun geplante Personalabbau kann offenbar nicht mehr durch die bis ins Jahr 2029 vereinbarten Ausstiegsprogramme bewältigt werden. Das Unternehmen hat daher den Betriebsrat informiert und strebt einvernehmliche Lösungen an. Denkbar sind zusätzliche Abfindungsprogramme, um den weiteren Stellenabbau sozialverträglich zu gestalten.
In einer offiziellen Mitteilung betonte der Konzern: „Selbstverständlich werden organisatorische Maßnahmen erst umgesetzt, nachdem der Betriebsrat detailliert informiert und angehört wurde sowie ein konstruktiver Dialog mit dem Sozialpartner stattgefunden hat.“
Neustrukturierung des Tech Centers
Das neu strukturierte „Tech Center“ soll fest im Entwicklungsnetzwerk von Stellantis verankert bleiben. Opel-Personalchef Ralph Wangemann erklärte, diese Transformation sei Teil des strategischen Bekenntnisses für den Standort Rüsselsheim. Die verbleibenden Ingenieure der deutschen Stellantistochter werden künftig Fahrzeuge der Marken Opel und Vauxhall entwickeln.
Konzernweit übernehmen sie zudem Verantwortung für wichtige Bereiche wie:
- Beleuchtungstechnologien
- Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Produktion
- Fahrerassistenzsysteme
- Batterieentwicklung für Elektrofahrzeuge
Konkurrenz aus China und Investitionen vor Ort
Gleichzeitig wächst mögliche Konkurrenz aus China: Medienberichten zufolge sollen kommende Elektro-SUVs für Opel zu großen Teilen bei der Stellantis-Beteiligung Leapmotor entwickelt werden. Der Konzern bestätigte lediglich laufende Verhandlungen zu dieser Thematik.
Wangemann verwies jedoch auch auf positive Signale: Investitionen in die neue Unternehmenszentrale „Green Campus“ auf dem Rüsselsheimer Opel-Gelände zeigen weiteres Engagement. Neben Forschung, Entwicklung und Design sind am Stammsitz noch ein Produktionswerk sowie die Verwaltung von Stellantis Deutschland angesiedelt.
Die Zukunft des traditionsreichen Automobilstandorts Rüsselsheim bleibt damit weiterhin im Fokus der Automobilindustrie, während Stellantis seine europäischen Entwicklungsstrukturen grundlegend neu ordnet.



