Der 1. FC Union Berlin hat das siebte Jahr in der Fußball-Bundesliga überstanden und den Klassenerhalt geschafft. Die Köpenicker sind auch in der kommenden Saison in der höchsten Spielklasse vertreten. In einem Social-Media-Post setzte die Vereinsführung einen dicken Haken hinter die neue Spielzeit. Mehr als das Minimalziel war nicht drin. Nun warten auf Präsident Dirk Zingler und Geschäftsführer Horst Heldt wichtige Aufgaben. Wir zeigen, was bei Union Berlin ansteht.
Zwei Spiele bis zur Sommerpause
Es passte zum Union-Ideal. Ex-Trainer Urs Fischer, mit dem der Verein einst den Weg bis in die Champions League schaffte, feierte mit Mainz 05 durch ein 2:1 beim FC St. Pauli ebenfalls den Klassenverbleib und ermöglichte den Berlinern die vorzeitige Rettung. Am Sonntag (19.30 Uhr/DAZN) treffen beide in Rheinhessen aufeinander – ein Duell ohne sportliche Bedeutung, bei dem man sich gegenseitig gratulieren kann. Der Saisonabschluss folgt am 16. Mai (15.30 Uhr/Sky) mit dem letzten Heimspiel im Stadion an der Alten Försterei gegen den FC Augsburg. Auch die bayerischen Schwaben haben weder Sorgen noch Ambitionen. Es spricht vieles für eine kleine Feier mit den Fans vom Balkon der Arena aus.
Trainer/innen-Frage
Marie-Louise Eta hatte fünf Spiele als Cheftrainerin versprochen bekommen. Mehr werden es wohl kaum werden. Zingler versicherte bereits, dass die 34-Jährige wie geplant im Sommer das Frauen-Team übernimmt. Dann ist die viel diskutierte und international beachtete Premiere einer Cheftrainerin in der Männer-Bundesliga bereits Geschichte. Die bisherigen Ergebnisse – zwei Niederlagen, ein Remis – lösten keine Euphorie aus, die Eta im Amt halten würde. Also muss Heldt ran. Nach Bo Svensson und Steffen Baumgart muss er erneut einen Trainer suchen. Die Lücke, die Fischer hinterließ, konnte seit 2023 niemand vollständig schließen. Ein Kandidat soll der beim Karlsruher SC scheidende Christian Eichner sein.
Kaderumbau
Union wird keine Unsummen investieren können. Doch die Mannschaft steht erneut vor einem größeren Umbau. Die Abwehrgrößen Danilho Doekhi und Diogo Leite zieht es schon länger ins Ausland. Mögliche Millionenofferten könnten finanziellen Spielraum schaffen. Rani Khedira, der mit Tunesien zur WM fährt, steht auf der Wunschliste von Borussia Mönchengladbach. Fußballerisch gab es unter Baumgart keine Weiterentwicklung. Das Union-System ist von den Gegnern längst entschlüsselt. Im Angriff muss sich etwas tun. 13 Stürmertore erzielten insgesamt Ilyas Ansah (5), Oliver Burke (5), Andrej Ilic (2) und Livan Burcu (1) – nur ein Treffer mehr als alle Union-Verteidiger zusammen. Heldt steht vor einem geschäftigen Sommer.



