Der VfL Wolfsburg gehört dem Volkswagen-Konzern und gibt jedes Jahr Millionen für neue Spieler aus. Trotzdem droht an diesem Samstag der Bundesliga-Abstieg. Was lief dort schief?
Die Ausgangslage vor dem Finale
Am letzten Spieltag der Saison 2025/26 kommt es zum Showdown: Der punktgleiche Tabellen-16. VfL Wolfsburg trifft auswärts auf den FC St. Pauli. Ein Abstiegskampf-Endspiel, bei dem der Verlierer direkt in die zweite Liga muss. Bei einem Unentschieden oder einem Sieg der Wölfe hängt alles vom Spiel des 1. FC Heidenheim gegen Mainz 05 ab. Mehr als die Relegation ist für die Niedersachsen nicht mehr drin. Sportdirektor Pirmin Schwegler sieht die Stimmung gegen seinen Club: „Ich glaube, dass am Samstag nicht nur ein Stadion gegen uns ist, sondern viele in Deutschland.“
Die Krise des VfL: Zwölf Trainer in zehn Jahren
Ein Kernproblem des VfL Wolfsburg ist die mangelnde Kontinuität. In den vergangenen zehn Jahren gab es zwölf verschiedene Trainer und fünf Sportdirektoren. Klaus Allofs, der den Club 2015 zum DFB-Pokal-Sieg führte, bringt es auf den Punkt: „Eine klare Strategie!“ fehle dem Werksclub. Während Allofs einst Stars wie Kevin De Bruyne für die Champions League holte und Jörg Schmadtke auf Toptalente setzte, die gewinnbringend weiterverkauft wurden, fehlt es heute an einem roten Faden.
Fehlende Strategie und teure Fehleinkäufe
In dieser Saison verpflichtete der VfL unter anderem Dänemarks Rekordnationalspieler Christian Eriksen von Manchester United, den deutschen U21-Nationalspieler Aaron Zehnter vom SC Paderborn und den teuren Brasilianer Vinicius Souza aus der zweiten englischen Liga. Die Trainer lehrten mal Umschalt-, mal Ballbesitzfußball. Dieses „Wischiwaschi“ wird dem freigestellten Geschäftsführer Peter Christiansen angelastet. Obwohl der VW-Konzern jährlich zwischen 70 und 80 Millionen Euro in die Fußball GmbH investiert, reicht das nur noch für Platz sechs bis acht im Budget-Ranking – zu Allofs‘ Zeiten war man noch Dritter.
Die Rolle von Volkswagen in der Krise
Volkswagen steckt selbst in einer tiefen Krise, die Arbeitsplätze bedroht. Dennoch betont VW-Sprecher und VfL-Aufsichtsratschef Sebastian Rudolph: „Der Volkswagen-Konzern steht fest zum VfL Wolfsburg. Der Volkswagen-Konzern erfüllt bestehende Verträge.“ Es gebe „liga-unabhängig eine finanzielle Stabilität“. Die Verzahnung zwischen Club und Konzern ist enger denn je: Im Aufsichtsrat sitzen der Konzernchef, der Aufsichtsratschef und die Betriebsratschefin von VW.
Hoffnung auf den Klassenerhalt
Trotz der Krise wächst die Hoffnung, dass der Abstieg noch verhindert werden kann. Klaus Allofs sieht den VfL in einer besseren Verfassung als St. Pauli: „Die Situation sah eigentlich aussichtslos aus. Aber ich glaube, dass sie sich gedreht hat. Aktuell sind sie in einer besseren Verfassung als St. Pauli. Ich sehe das gar nicht so pessimistisch.“ Die Spieler des VfL Wolfsburg sind nach der Niederlage gegen Bayern München aber unter Druck.



