Volvo EX30 und EX40 im Praxistest: Elektrische Spurtkraft mit Alltagsrealität
Volvo EX30/EX40: Elektro-SUVs im Praxistest

Volvo EX30 und EX40 im Wintertest: Elektrische Spurtkraft trifft auf Alltagsrealität

Die vollelektrischen SUV-Modelle EX30 und EX40 von Volvo versprechen mit Reichweiten von deutlich über 500 Kilometern und sportlicher Performance viel. In einem aktuellen Praxistest unter winterlichen Bedingungen zeigten sich jedoch Unterschiede zwischen Herstellerangaben und realen Werten.

Preisliche Differenzen und technische Ausstattung

Zwischen den getesteten Modellen liegen etwa 3.500 Euro. Der Volvo EX30 Cross Country Twin Motor Performance startet bei 51.890 Euro, während der EX40 Single Motor Extended Range Ultra ab 55.490 Euro zu haben ist. Die günstigste Variante des EX30 beginnt bei 38.490 Euro, der EX40 bei 47.490 Euro.

Mit 428 PS ist der EX30 deutlich stärker als der EX40 mit 252 PS. Der EX30 verfügt über Allradantrieb, der EX40 über Hinterradantrieb. In der Länge misst der EX40 4,40 Meter, der EX30 ist mit 4,23 Metern 17 Zentimeter kürzer.

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Antriebskonzept und Fahrleistungen

Beide Modelle teilen das gleiche Grundkonzept: Eine im Unterboden verbauten Batterie liefert die Energie. Der getestete EX30 Twin Motor hatte eine 69-kWh-Batterie, der EX40 Single Motor eine mit 82 kWh.

Die Beschleunigungswerte unterscheiden sich deutlich: Der EX30 sprintet mit 428 PS in nur 3,6 Sekunden auf 100 km/h, während der EX40 dafür 7,3 Sekunden benötigt. Die kraftvolle Beschleunigung beider Modelle bietet insbesondere in Überholsituationen einen Sicherheitsgewinn.

Besonderheiten der EX30-Baureihe

Die Cross-Country-Version des EX30 ist um 19 Millimeter höher gelegt und bietet eine robustere Optik. Eine besondere Designnote: Die Frontverkleidung zeigt eine topografische Darstellung des schwedischen Kebnekaise, mit 2.097 Metern der höchste Berg des Landes.

Beim Ladevolumen liegen beide Modelle bei etwa 400 Litern, wobei der EX40 innen deutlich mehr Platz bietet.

Bedienkonzept: Modernität mit Tücken

Die Bedienung erfolgt bei beiden Modellen über Touchscreens – beim EX30 in modernerer Ausführung. Während die Steuerung grundsätzlich intuitiv ist, erfordert sie vorab viel Übung und kann während der Fahrt ablenken.

Besonders kritisch: Beim EX30 öffnen sich Kofferraum und Handschuhfach nur über das Display, auch die Seitenspiegel sind ausschließlich digital verstellbar. Die Klimaanlage muss über Untermenüs bedient werden, da kaum physische Bedienelemente vorhanden sind.

Fahrverhalten und Handling

Der EX30 Twin Motor verfügt über zwei Elektromotoren an Vorder- und Hinterachse mit gemeinsam 543 Nm Drehmoment. Die Kraftentfaltung lässt sich gut dosieren, auf kurvigen Landstraßen folgt das Fahrzeug präzise der Lenkung.

Der EX40 zeigt ein ähnliches Fahrverhalten, wenn auch mit verhaltenerem elektrischem Vorschub. Beide Modelle bieten vorzüglichen Komfort und eindrucksvolle Fahrwerte.

Reichweite und Verbrauch im Wintertest

Unter winterlichen Bedingungen zeigten sich deutliche Abweichungen von den Herstellerangaben. Volvo gibt für den EX30 Twin Motor 537 Kilometer Reichweite an, für den EX40 Single Motor 574 Kilometer.

Im Test wurden jedoch maximal 330 Kilometer beim EX30 und 420 Kilometer beim EX40 erreicht. Der Durchschnittsverbrauch lag bei 21 kWh pro 100 Kilometer – deutlich über den angegebenen 17 kWh.

Ladezeiten und Kosten

Die Ladezeiten erwiesen sich im Test als länger als angegeben. Volvo nennt für den EX40 eine Ladezeit von 10 auf 80 Prozent in 26 bis 32 Minuten unter Idealbedingungen.

Im Praxistest dauerte das Volladen des EX40 an einer 180-kW-Ladesäule eine Stunde und 35 Minuten, wobei 67,4 kWh für 53,21 Euro geladen wurden. Bei einem Ladetarif von 0,79 Euro pro kWh ergaben sich Kosten von etwa 16,60 Euro für 100 Kilometer.

Zum Vergleich: Ein kompakter Benziner kommt bei Spritpreisen von etwa 1,80 Euro pro Liter für 14 bis 16 Euro 100 Kilometer weit.

Fazit: Stärken und Schwächen im Alltag

Die Volvo EX30 und EX40 überzeugen mit sportlicher Beschleunigung, gutem Handling und hohem Komfort. Die Bedienung über Touchscreens ist gewöhnungsbedürftig, insbesondere beim EX30 mit seinen ausschließlich digitalen Funktionen.

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Die Reichweitenangaben des Herstellers werden unter winterlichen Bedingungen nicht erreicht, der Stromverbrauch liegt höher als angegeben. In wärmeren Jahreszeiten sind möglicherweise bessere Werte erzielbar.

Trotz dieser Einschränkungen bieten beide Elektro-SUVs ein überzeugendes Fahrerlebnis – was mancher deutscher Hersteller als „Freude am Fahren“ bezeichnet, liefert Volvo mit den EX30 und EX40 in reichlichem Maße.