Schwere Zeiten in Wolfsburg: Volkswagen kämpft mit massivem Gewinneinbruch
Die Stimmung im Volkswagen-Konzern ist angespannt. Der Nettogewinn ist um satte 44 Prozent eingebrochen – das niedrigste Ergebnis seit dem Dieselskandal im Jahr 2016. In dieser kritischen Phase muss die Hauptmarke VW als Zugpferd fungieren und mit einer ambitionierten Modelloffensive das Ruder für den gesamten Konzern herumreißen. Sechs neue Fahrzeuge stehen bereit, um den angeschlagenen Riesen zurück auf die Erfolgsspur zu führen.
Die sechs Hoffnungsträger: Von Verbrenner-Abschied bis Elektro-Revolution
Den Auftakt machte bereits im November 2025 die zweite Generation des T-Roc. Dieses Kompakt-SUV, das im vergangenen Jahr Deutschlands zweitmeistverkauftes Auto war, könnte der letzte T-Roc mit reinem Verbrennungsmotor sein. Ein Plug-in-Hybrid ist noch im Gespräch. Der T-Roc gewann bereits das begehrte Goldene Lenkrad in der Kategorie „Bestes Auto unter 40.000 Euro“ und startet ab 30.845 Euro.
Im April 2026 geht es dann elektrisch weiter mit der Weltpremiere des komplett überarbeiteten ID.3 Neo. Der Kompakt-Stromer überzeugt mit einem neuen Travel Assist, der Ampeln versteht, und einem „One-Pedal-Drive“, der das Fahren komplett ohne Nutzung des Bremspedals ermöglicht. Ein Smartphone-Fahrzeugschlüssel gehört zur Standardausstattung. Der Marktstart ist für Juni 2026 geplant, der Preis soll bei etwa 35.000 Euro liegen.
Neue Elektrowelt: VW setzt auf bezahlbare Einstiege und sportliche Höchstleistungen
Alle neuen ID.-Modelle profitieren von einem digitalen Fahrzeugschlüssel fürs Smartphone, dem neuen Infotainment-System „Innovision“ und einer integrierten Steckdose zum Laden von E-Bikes unterwegs. Zudem kehrt VW zu echten Tasten am Lenkrad zurück und verabschiedet sich von den unbeliebten Touchflächen.
Ein besonderer Hoffnungsträger ist der ID. Polo, der aus der Studie ID. 2 all hervorgeht. Mit diesem elektrischen Kleinwagen sinkt der Einstiegspreis in VWs Elektrowelt auf bezahlbare 25.000 Euro. Der E-Polo verkörpert als erstes Modell die neue VW-Formensprache „Pure Positive“ und bietet drei Leistungsstufen von 116 bis 221 PS. Die schwächeren Modelle kommen mit einem 37-kWh-Akku, die Topversion mit einer 52-kWh-Batterie.
Noch spannender wird es mit dem ID. Polo GTI, der im Mai 2026 50 Jahre nach dem ersten GTI das Sportkürzel in die Elektrowelt überführt. Mit 226 PS, Frontantrieb und reichlich Drehmoment verspricht dieser elektrische Sportler Fahrspaß pur. Der Marktstart ist für Januar 2027 angesetzt, der Preis könnte bei etwa 37.000 Euro liegen.
Erweiterung der Modellpalette: Vom elektrischen SUV bis zur Radikalkur
Als elektrischer SUV-Bruder des ID. Polo kommt der ID. Cross ins Spiel. Mit geräumigem Lounge-Feeling im Innenraum und ausreichender Reichweite zum Basispreis von voraussichtlich 30.000 Euro könnte dieses kleinste SUV im VW-Sortiment viele Kunden überzeugen. Premiere ist im Juni 2026, der Marktstart folgt im September 2026.
Den Abschluss der Modelloffensive bildet der VW ID.4, der einer optischen Radikalkur unterzogen wird. Effizientere Antriebe und leistungsfähigere Akkus sollen das Mittelklasse-SUV attraktiver machen. Gerüchte besagen sogar, dass das Fahrzeug bald den Namen ID. Tiguan tragen könnte, um an die Erfolgsgeschichte des ersten VW-SUV anzuknüpfen. Die Premiere ist für November 2026 geplant, der Marktstart für Januar 2027 bei einem Preis ab etwa 43.000 Euro.
Fazit: Volkswagen steht vor einer der größten Herausforderungen seiner Geschichte. Mit dieser sechsgliedrigen Modelloffensive, die von bezahlbaren Einstiegsmodellen bis hin zu sportlichen Höchstleistungen reicht, setzt der Konzern alles auf eine Karte. Ob es damit gelingt, die Kurve zurück auf die Erfolgsspur zu kriegen, wird die Zukunft zeigen. Die Wolfsburger hoffen, dass die neuen Fahrzeuge nicht nur technisch überzeugen, sondern auch die Käufer begeistern können.



