VW-Konzern kämpft mit globalen Absatzschwierigkeiten
Der Volkswagen-Konzern aus Wolfsburg verzeichnet im ersten Quartal des Jahres 2026 weltweit deutliche Rückgänge bei den Fahrzeugauslieferungen. Insgesamt wurden in den Monaten Januar bis März lediglich 2,05 Millionen Fahrzeuge aller Konzernmarken ausgeliefert, was einem Minus von 4 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht. Trotz dieser Entwicklung konnte der Konzern seinen globalen Marktanteil weitgehend stabil halten, allerdings bei einem insgesamt deutlich geschrumpften Automobilmarkt.
China und Nordamerika als Hauptproblemzonen
Besonders deutlich zeigen sich die Absatzprobleme in den beiden Schlüsselmärkten China und Nordamerika. In China, wo Volkswagen mit einem schrumpfenden Gesamtmarkt und zunehmender lokaler Konkurrenz konfrontiert ist, sanken die Auslieferungen um fast 15 Prozent auf 548.700 Fahrzeuge. In Nordamerika, wo europäische Automobilhersteller unter den neuen Zöllen der US-Regierung leiden, brach die Zahl der übergebenen Fahrzeuge um mehr als 13 Prozent auf 205.500 ein. In den Vereinigten Staaten allein betrug das Minus sogar 20,5 Prozent.
Überraschender Führungswechsel in China
Dennoch gelang Volkswagen in China ein bemerkenswerter Erfolg: In den ersten drei Monaten des Jahres stieg die Marke VW inklusive Jetta dort wieder zum Marktführer auf. Dieser überraschende Aufstieg ist vor allem auf Änderungen der staatlichen Elektroauto-Förderung zurückzuführen, von denen einheimische E-Auto-Hersteller besonders betroffen waren. Volkswagen konnte dank seines starken Verbrennermotor-Geschäfts seinen Marktanteil vorübergehend wieder ausbauen. Die Wolfsburger Konzernführung geht jedoch nicht davon aus, dass diese Position bis zum Jahresende gehalten werden kann.
Elektromobilität mit gemischten Entwicklungen
Die Elektroauto-Sparte des Konzerns verzeichnete weltweit einen Rückgang von 7,7 Prozent auf 200.000 ausgelieferte Fahrzeuge. Dieser Rückgang fiel damit sogar noch deutlicher aus als bei den Verbrennermodellen. In China schrumpfte der ohnehin schwache E-Auto-Absatz um fast 64 Prozent, während in den USA, wo die staatliche Förderung komplett gestrichen wurde, ein Einbruch von 80 Prozent zu verzeichnen war. Als Konsequenz kündigte Volkswagen an, die Produktion des Elektroautos ID.4 in den USA einzustellen und stattdessen die Fertigung von Verbrenner-SUVs des Typs Atlas zu erhöhen.
Europäische Märkte zeigen positive Entwicklung
Im Gegensatz zu den globalen Problemen entwickelten sich die europäischen Märkte für Volkswagen positiv. In Westeuropa stiegen die Auslieferungen um 4,2 Prozent auf fast 850.000 Fahrzeuge, in Osteuropa um 7,6 Prozent auf 135.000 Einheiten. In Deutschland selbst verzeichnete der Konzern ein Plus von 4,8 Prozent. Auch in Südamerika gab es Zuwächse von 7 Prozent auf 148.000 Fahrzeuge. Diese positiven Entwicklungen konnten die starken Rückgänge in China und Nordamerika jedoch nicht kompensieren.
Langfristige Absatztrends und Wettbewerbssituation
Bereits in den vergangenen beiden Jahren waren die Verkaufszahlen des Volkswagen-Konzerns kontinuierlich gesunken. Im Jahr 2025 rutschte der Absatz mit 8,98 Millionen Auslieferungen erstmals unter die Marke von neun Millionen Fahrzeugen. Der Rückstand zum weltweiten Marktführer Toyota, der auf 11,3 Millionen Fahrzeuge zulegte, hat sich damit weiter vergrößert. Die japanische Konkurrenz hatte Volkswagen bereits im Jahr 2020 als weltgrößten Automobilhersteller abgelöst und diese Position seither gefestigt.



