Börsenpanik nach Trumps Ultimatum an Iran
An den deutschen Börsen herrscht am Montag blankes Entsetzen. Der Dax setzt seine Talfahrt vom vergangenen Freitag ungebremst fort und notiert zum Wochenstart mit einem Minus von zwei Prozent beziehungsweise 460 Punkten unter der psychologisch wichtigen Marke von 22.000 Punkten. Auslöser der Verkaufswelle ist eine erneute Eskalation des Konflikts am Golf.
Trump setzt 48-Stunden-Frist
US-Präsident Donald Trump (79) hatte am Sonntag den iranischen Mullahs ein 48-Stunden-Ultimatum gestellt. Sollte Iran die Sperrung der strategisch wichtigen Straße von Hormus nicht innerhalb dieser Frist aufheben, drohte Trump mit der Bombardierung iranischer Kraftwerke. Diese martialische Drohung ließ die Anleger weltweit erschaudern.
Die Märkte reagierten unmittelbar mit massiven Verkäufen. Kaum ein Börsianer glaubt daran, dass das Ultimatum die iranische Führung zum Einlenken bewegen wird. Die Konsequenz: Die bereits seit Wochen hohen Öl- und Gaspreise werden voraussichtlich noch länger auf extremem Niveau verharren und damit nahezu alle Wirtschaftsbereiche verteuern.
Gold verliert seinen Safe-Haven-Status
In einer überraschenden Wendung stürzte auch der Goldpreis dramatisch ab. Das Edelmetall, traditionell ein sicherer Hafen in Krisenzeiten, verbilligte sich um mehr als sieben Prozent auf 4.136,20 US-Dollar je Feinunze. Damit fiel der Preis bereits zum neunten Handelstag in Folge.
Hintergrund der ungewöhnlichen Entwicklung ist eine fundamentale Verschiebung der Erwartungen an die Geldpolitik. „Angesichts des nun schon in der vierten Woche andauernden Iran-Konflikts und der Ölpreise um die 100-Dollar-Marke haben sich die Erwartungen von Zinssenkungen zu potenziellen Zinserhöhungen verschoben“, erläuterte Tim Waterer, Marktanalyst bei KCM Trade. Höhere Zinsen schmälern die Attraktivität des zinslosen Goldes erheblich.
Die Dimension des Einbruchs wird deutlich, wenn man die jüngste Entwicklung betrachtet:
- Gold verzeichnete in der Vorwoche mit einem Minus von über zehn Prozent den größten Wochenverlust seit etwa 43 Jahren.
- Vom Rekordhoch bei 5.594,82 Dollar am 29. Januar 2026 hat sich der Preis um mehr als 20 Prozent entfernt.
US-Dollar profitiert von der Krise
Während Gold und Aktien leiden, profitiert der US-Dollar von der angespannten Lage. Da Rohstoffe wie Öl und Gas an den Weltmärkten in Dollar gehandelt werden, steigt die Nachfrage nach der amerikanischen Währung sprunghaft an. Käufer müssen Dollar gegen ihre Heimatwährung eintauschen, was den Kurs in die Höhe treibt.
Seit Ausbruch des Konflikts am 28. Februar 2026 hat sich der Dollar gegenüber dem Euro um fast drei Prozent verteuert. Am Dienstagmorgen kostete ein Euro mehr als 1,15 US-Dollar. Diese Entwicklung belastet europäische Importeure zusätzlich und verschärft die Inflationssorgen.
Die Börsen bleiben in Alarmbereitschaft. Solange der Konflikt am Golf andauert und die Energiepreise auf hohem Niveau verharren, dürfte die Verunsicherung der Anleger anhalten. Die nächsten Stunden bis zum Ablauf von Trumps Ultimatum werden mit großer Spannung verfolgt.



