BASF verschärft Sparkurs: 4.800 Stellen gestrichen, Milliarden gespart
Die schwierige Lage in der Chemiebranche hält weiter an. Der weltgrößte Chemiekonzern BASF hat seinen Sparkurs deutlich verschärft und bereits tausende Arbeitsplätze abgebaut. Bis Ende 2025 verließen rund 4.800 Beschäftigte das Unternehmen, wie Finanzvorstand Dirk Elvermann in Ludwigshafen mitteilte. Etwa die Hälfte dieser Stellen entfiel auf Deutschland, die Zahl der Führungskräfte sank um elf Prozent.
Kostensenkungen übertreffen Erwartungen
BASF hat bei seinen Sparmaßnahmen bereits beachtliche Erfolge erzielt. Bis Ende 2025 erreichte der Konzern jährliche Kostensenkungen von rund 1,7 Milliarden Euro – damit wurde das ursprüngliche Ziel um 100 Millionen Euro übertroffen. Für das laufende Jahr peilt BASF nun sogar noch ambitioniertere Ziele an: Statt der geplanten 2,1 Milliarden Euro sollen die jährlichen Kosteneinsparungen nun 2,3 Milliarden Euro betragen.
Die Einmalkosten für diese umfangreichen Restrukturierungsmaßnahmen bezifferte Elvermann auf insgesamt 1,9 Milliarden Euro. Ende 2025 beschäftigte BASF weltweit noch knapp 108.300 Mitarbeiter, davon etwa ein Drittel – rund 33.000 Menschen – am Stammwerk in Ludwigshafen.
Herausforderungen bleiben bestehen
BASF-Chef Markus Kamieth zeigte sich zwar zufrieden mit den Fortschritten bei der Kostensenkung und betonte, dass BASF deutlich schlanker geworden sei. Dennoch sieht er keine kurzfristige Erholung für die chemische Industrie. „2026 wird voraussichtlich ein weiteres Übergangsjahr“, erklärte der Vorstandschef. Die Branche kämpft weltweit mit erheblichem Gegenwind:
- Hoher Kostendruck
- Überkapazitäten am Weltmarkt
- Energiepreise auf hohem Niveau
- Zu geringe Auslastung am Ludwigshafener Stammwerk
Um die Belegschaft zu schützen, haben Management und Arbeitnehmervertreter eine Vereinbarung getroffen, die betriebsbedingte Kündigungen in Ludwigshafen bis Ende 2028 ausschließt.
Neuer Standort in China braucht Anlaufzeit
Auch beim neuen Verbundstandort im südchinesischen Zhanjiang rechnet Kamieth mit einer längeren Anlaufphase. Der Standort, der mit Investitionen von 8,7 Milliarden Euro jüngst in Betrieb genommen wurde, wird im ersten Betriebsjahr voraussichtlich einen leicht negativen Ergebnisbeitrag liefern. Ab 2027 wird dann mit einem positiven Beitrag gerechnet. An dem neuen Standort in China wurden etwa 1.000 Menschen eingestellt.
Finanzielle Entwicklung und Ausblick
Die finanzielle Entwicklung von BASF zeigt gemischte Ergebnisse:
- Der Umsatz schrumpfte 2025 um knapp drei Prozent auf etwa 59,7 Milliarden Euro
- Das operative Ergebnis (Ebitda vor Sondereinflüssen) sank um 686 Millionen Euro auf 6,6 Milliarden Euro
- Der auf die Aktionäre entfallende Gewinn stieg jedoch von 1,3 auf 1,6 Milliarden Euro
Zu diesem Gewinnanstieg trug unter anderem ein Sonderertrag aus dem Verkauf des Geschäfts mit Bautenanstrichmitteln an den US-Konzern Sherwin-Williams bei. Für das laufende Jahr strebt BASF ein operatives Ergebnis zwischen 6,2 und 7,0 Milliarden Euro an. Die Dividende für Aktionäre soll unverändert bei 2,25 Euro je Anteil bleiben.



