Bei einem Chemieunfall in einer Nürnberger Firma ist ein schwer verletzter Mann im Krankenhaus gestorben. Die Polizei geht davon aus, dass sechs weitere Menschen Verletzungen der Atemwege erlitten haben. Zwei Mitarbeiter hatten noch am Unfallort das Bewusstsein verloren, einer von ihnen starb später in der Klinik. Das Bayerische Rote Kreuz sprach von 30 Verletzten und 17 Menschen, die zur weiteren Behandlung und Beobachtung ins Krankenhaus gebracht wurden. Die gesamte Anlage wurde evakuiert. Eine Gefahr für die Bevölkerung bestand nach Angaben der Einsatzkräfte nicht, da der giftige Stoff innerhalb des Gebäudes blieb und nicht an die Luft gelangte.
Ermittlungen der Kripo
Die Kripo Nürnberg hat die Ermittlungen aufgenommen, kann das Gebäude jedoch vorerst nicht betreten. Wie ein Sprecher der Nürnberger Feuerwehr mitteilte, arbeitet das Unternehmen routinemäßig mit Chemikalien. Um welchen Stoff es sich genau handelte, war zunächst nicht bekannt. Die Ermittler stehen vor der Herausforderung, die genaue Ursache des Unglücks zu klären – ob die Chemikalie etwa aus einer defekten Maschine oder Anlage austrat oder ob menschliches Versagen eine Rolle spielte.
Großaufgebot an Rettungskräften
Der Alarm ging laut Polizei kurz vor der Mittagszeit ein. Ein Großaufgebot der Berufsfeuerwehr sowie der Freiwilligen Feuerwehren aus den umliegenden Orten rückte aus. Die ersten Einsatzkräfte fanden eine dramatische Lage vor, da sie mehrere Menschen retten und ins Freie bringen mussten. Die Retter konnten den Angaben zufolge alle Verletzten zügig aus dem Gefahrenbereich bringen und medizinisch versorgen.
Insgesamt waren 65 Feuerwehrleute im Einsatz, darunter mehrere Trupps in Chemikalienschutzanzügen. Außerdem waren neben Polizisten etwa 50 Kräfte des Rettungsdienstes mit mehreren Rettungswagen und Notärzten beteiligt. Insgesamt brachten die Einsatzkräfte etwa 70 Beschäftigte aus dem Gebäude.
Weitere Untersuchungen erforderlich
Da das Gebäude vorerst nicht betreten werden kann, bleibt unklar, wie es zu dem Unglück kommen konnte. Die Ermittlungen der Kripo werden voraussichtlich einige Zeit in Anspruch nehmen. Die Behörden arbeiten unter Hochdruck daran, die genauen Umstände des Vorfalls zu rekonstruieren, um künftige Unfälle zu verhindern.



