Chemiewerk Leuna durch Auffanggesellschaft gerettet – 436 Arbeitsplätze gesichert
Chemiewerk Leuna gerettet – 436 Jobs bleiben erhalten

Chemiewerk Leuna durch Auffanggesellschaft gerettet – 436 Arbeitsplätze gesichert

Die drohende Stilllegung des Chemiewerks Domo Caproleuna in Leuna, Sachsen-Anhalt, konnte in letzter Minute abgewendet werden. Das Werk wurde an eine neu gegründete Auffanggesellschaft übertragen, wie Insolvenzverwalter Lucas Flöther mitteilte. Diese wird von InfraLeuna und dem auf dem Gelände des Chemieparks ansässigen Unternehmen Leuna-Harze getragen.

Rettung in letzter Minute

„Das war eine Rettung in letzter Minute in einem in jeder Hinsicht ungewöhnlichen Verfahren“, erklärte Flöther, der den Geschäftsbetrieb seit Ende Dezember fortführt. Weil im Unternehmen kein Geld für die Finanzierung des laufenden Betriebs vorhanden gewesen sei, hätte das Chemiewerk unter normalen Umständen im Januar stillgelegt werden müssen. Allerdings sei dies nicht möglich gewesen – bei winterlichen Temperaturen ließen sich die Anlagen nicht ohne Umweltgefahren sicher herunterfahren.

Das Land Sachsen-Anhalt hatte aus Gründen der Gefahrenabwehr einen Notbetrieb finanziert. Domo stellt vor allem Kunststoff her, der unter anderem in der Automobilindustrie sowie in der Elektro- und Elektronikbranche weiterverarbeitet wird.

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Insolvenzverfahren eröffnet

Das zuständige Gericht hat jetzt das Insolvenzverfahren über die drei deutschen Unternehmen von Domo Chemicals eröffnet. Das Chemieunternehmen mit Sitz im belgischen Gent hatte Ende des vergangenen Jahres für seine drei deutschen Tochterfirmen in Sachsen-Anhalt und Brandenburg Insolvenz angemeldet.

Die neue Gesellschaft in Leuna finanziert ab sofort vollumfänglich den Geschäftsbetrieb. Das Unternehmen firmiert künftig als Leuna Polyamid GmbH. Die Erwerbergesellschaft übernimmt den Angaben zufolge den Standort und die Immobilie in Leuna sowie 436 der zuletzt rund 500 Beschäftigten. Ein Teil des Personalabbaus erfolgt durch Eigenkündigungen oder Auslaufen befristeter Anstellungsverhältnisse. 39 Beschäftigten mussten betriebsbedingt gekündigt werden.

Unterschiedliche Situation in Brandenburg

Die Domo Engineering Plastics GmbH in Brandenburg ist nicht Teil der Auffanglösung. Das in Premnitz ansässige Unternehmen mit rund 70 Beschäftigten wird im Insolvenzverfahren bis auf weiteres durch den Insolvenzverwalter fortgeführt. Es wird nach Investoren gesucht.

Die dritte Tochterfirma, die Domo Chemicals GmbH in Leuna, verfügt den Angaben zufolge über keinen operativen Geschäftsbetrieb. Dort seien die administrativen Funktionen der drei deutschen Unternehmen gebündelt, hieß es. Das Unternehmen beschäftigt rund 35 Mitarbeiter. „Die Gesellschaft wird nach einer Übergangsphase im April die Stilllegung einleiten müssen.“

Die Rettung des Leunaer Standorts bedeutet somit eine deutliche Entlastung für die regionale Wirtschaft, während für die anderen Standorte weiterhin Unsicherheit herrscht. Die Chemieindustrie in Sachsen-Anhalt zeigt sich erleichtert über die Lösung, die einen wichtigen Arbeitgeber in der Region erhält.

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