Chemiestandort Leuna überschreitet rote Linie: Übernahme der insolventen Domo
Der Chemiestandort Leuna hat eine historische Entscheidung getroffen. Nach Jahren der strikten Abgrenzung überschreitet der Betreiber InfraLeuna nun seine selbst gesetzte rote Linie. Gemeinsam mit dem Epoxidharz-Hersteller Leuna-Harze übernimmt er den insolventen Kunststoff- und Düngemittelproduzenten Domo. Diese strategische Bewegung markiert einen Wendepunkt für den gesamten Chemiepark.
Rettungsaktion mit bitterer Pille: Personalabbau trotz Übernahme
InfraLeuna-Geschäftsführer Christof Günther erklärt die Hintergründe dieser ungewöhnlichen Entscheidung. „Wir sind zum Erfolg verdammt“, betont er im Gespräch. Die Übernahme soll die Zukunft des Standorts sichern, doch sie kommt nicht ohne Opfer. Trotz der Rettungsaktion werden Entlassungen bei den rund 500 Beschäftigten von Domo unvermeidlich sein. Günther erläutert, dass dieser Schritt notwendig ist, um das Unternehmen langfristig wettbewerbsfähig zu machen.
Langfristige Perspektive: Die neue Leuna-Polyamid GmbH
Die Zukunft der übernommenen Betriebsteile soll in der neu gegründeten Leuna-Polyamid GmbH liegen. Diese Gesellschaft wird die Kunststoffproduktion von Domo fortführen und weiterentwickeln. Günther und Leuna-Harze-Chef Klaus Paur sehen darin eine Chance, die Wertschöpfungskette am Standort zu stärken und neue Märkte zu erschließen. Die langfristige Strategie zielt darauf ab, durch Synergien und Innovationen nachhaltiges Wachstum zu generieren.
Historischer Schritt für InfraLeuna
Bisher hatte InfraLeuna stets betont, keine eigenen Chemieanlagen betreiben zu wollen. Diese Position wurde nun aufgegeben, um den insolventen Betrieb zu retten und den Chemiestandort Leuna insgesamt zu stabilisieren. Die Entscheidung unterstreicht die wirtschaftliche Bedeutung des Standorts und das Engagement der beteiligten Unternehmen, auch in schwierigen Zeiten Verantwortung zu übernehmen.
Die Übernahme markiert einen neuen Abschnitt in der Geschichte des Chemieparks Leuna. Während kurzfristig schmerzhafte Anpassungen notwendig sind, soll die langfristige Ausrichtung auf die Leuna-Polyamid GmbH die Zukunft des Standorts und der verbleibenden Arbeitsplätze sichern.



