Deutschlands Ölimporte: Nur 6,1 Prozent aus dem Nahen Osten, Norwegen ist Top-Lieferant
Deutschlands Ölimporte: Nur 6,1 Prozent aus Nahost

Deutschlands Ölimporte: Nur 6,1 Prozent aus dem Nahen Osten, Norwegen ist Top-Lieferant

Der anhaltende Iran-Krieg treibt die Ölpreise in die Höhe und zwingt Autofahrer an deutschen Tankstellen zu deutlich höheren Ausgaben. Trotz dieser globalen Spannungen hat die Bundesrepublik ihre Abhängigkeit von Rohöllieferungen erheblich verringert. Das Statistische Bundesamt veröffentlichte aktuelle Zahlen, die einen signifikanten Rückgang der Importe belegen.

Deutlicher Rückgang der Rohölimporte

Im vergangenen Jahr importierte Deutschland insgesamt 75,7 Millionen Tonnen Rohöl. Dies entspricht einem Rückgang von 10,6 Prozent im Vergleich zum Jahr 2020. Noch beeindruckender ist der langfristige Trend: Seit 2005 sind die Einfuhren um gut ein Drittel (33,9 Prozent) gesunken. Diese Entwicklung spiegelt die erfolgreiche Diversifizierung der Energiequellen und Effizienzsteigerungen wider.

Minimale Abhängigkeit vom Nahen Osten

Besonders bemerkenswert ist der geringe Anteil an Lieferungen aus dem Nahen Osten. Im Jahr 2025 bezog die Bundesrepublik lediglich 6,1 Prozent ihres Rohöls aus dieser krisenanfälligen Region. Der Irak war mit 3,1 Millionen Tonnen der wichtigste Lieferant aus dem Nahen Osten. Weitere Mengen kamen aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, Saudi-Arabien und Israel. Von Oman, Katar, Kuwait oder dem Iran importierte Deutschland dagegen kein Rohöl.

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Im EU-Vergleich zeigt sich ein anderes Bild: Die gesamte Europäische Union bezog 2025 immerhin 13 Prozent ihrer 429,3 Millionen Tonnen Rohölimporte aus dem Nahen Osten, hauptsächlich aus Saudi-Arabien und dem Irak.

Norwegen als führender Lieferant

Norwegen hat sich als wichtigster Rohöllieferant für Deutschland etabliert. Im Jahr 2025 stammten 16,6 Prozent der deutschen Ölimporte aus dem skandinavischen Land. Auf den Plätzen folgen die Vereinigten Staaten mit 16,4 Prozent und Libyen mit 13,8 Prozent. Diese Verschiebung der Lieferströme hin zu stabileren Partnerländern stärkt die Energieversorgungssicherheit Deutschlands.

Die strategische Neuausrichtung der Rohstoffbeschaffung zeigt, wie Deutschland trotz globaler Konflikte und Preisschwankungen seine Energieversorgung stabilisieren konnte. Die reduzierte Abhängigkeit von politisch unsicheren Regionen wie dem Nahen Osten ist ein wichtiger Schritt hin zu einer resilienteren Wirtschaft.

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