EU prüft Einführung von Billig-Kraftstoff E-20 mit mehr Bioethanol
EU prüft Einführung von Billig-Kraftstoff E-20

Die EU-Kommission prüft einem Medienbericht zufolge die Einführung des neuen Billig-Kraftstoffs E-20. Dieser enthält zwanzig Prozent Bioethanol und wäre dadurch günstiger als herkömmliches Benzin. Hintergrund sind die aktuell hohen Spritpreise, die unter anderem durch den Irankrieg verursacht werden.

Was ist E-20?

Ähnlich wie der bereits in Deutschland erhältliche Kraftstoff E-10 besteht E-20 aus einer Mischung von Benzin und Bioethanol. Der Unterschied liegt im Ethanolanteil: Während E-10 zehn Prozent Bioethanol enthält, sind es bei E-20 zwanzig Prozent. Dadurch ist der Kraftstoff steuerlich begünstigt und günstiger. Der Preisvorteil von E-10 gegenüber normalem Benzin liegt derzeit bei etwa sechs Prozent pro Liter. Wie hoch der Vorteil bei E-20 ausfallen könnte, ist noch unklar.

Nicht für alle Fahrzeuge geeignet

Allerdings ist E-20 nicht für alle Autos geeignet. Viele Fahrzeuge, insbesondere ältere Modelle, vertragen den höheren Bioethanolanteil nicht. Zudem ist der Verbrauch bei ethanolhaltigen Kraftstoffen in der Regel etwas höher. Viele Autofahrer haben daher Vorbehalte gegen solche Kraftstoffe. Bisher wird E-20 in Deutschland nur testweise an ausgewählten, nicht öffentlichen Tankstellen angeboten.

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Umweltbilanz umstritten

Biokraftstoffe wie E-20 gelten als klimafreundlicher, da bei ihrer Herstellung weniger fossile Rohstoffe verwendet werden. Der Effekt ist jedoch gering und hängt stark von der Herkunft der Pflanzen ab, aus denen das Bioethanol gewonnen wird. Häufig wird Raps verwendet. Kritiker bemängeln, dass für den Anbau dieser Pflanzen natürliche Flächen verloren gehen könnten, die dann nicht mehr für die Nahrungsmittelproduktion zur Verfügung stehen. Bereits 2022 gab es Überlegungen, Biosprit wieder abzuschaffen, weil die Herstellung Pflanzen verbraucht, die auch als Nahrung oder Futtermittel genutzt werden könnten.

Nächste Schritte

Um E-20 EU-weit einführen zu können, müsste die Kraftstoffqualitätsrichtlinie angepasst werden. Der EU-Abgeordnete Peter Liese (EVP) setzt sich seit längerem für die Einführung ein und betont, dass Biokraftstoffe sofort und ohne neue Infrastruktur günstigeren Sprit ermöglichen. Die EU-Kommission prüft nun, ob eine Einführung sinnvoll ist.

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