EU-Kommission stoppt Förderung chinesischer Wechselrichter aus Hackerangst
EU stoppt Förderung chinesischer Wechselrichter

Die Europäische Kommission hat überraschend und ohne große Ankündigung die Förderung von Solarenergie- und Batterie-Wechselrichtern aus China gestoppt. Wie der SPIEGEL aus informierten Kreisen erfuhr, trat das Verbot mit sofortiger Wirkung in Kraft. Hintergrund sind wachsende Sicherheitsbedenken: Brüssel fürchtet, dass die Geräte aus chinesischer Produktion über versteckte Hintertüren für Hackerangriffe genutzt werden könnten.

Hintergrund des Förderverbots

Die Entscheidung fiel nach monatelangen internen Prüfungen. Experten der EU-Kommission hatten zuvor auf Risiken hingewiesen, die von vernetzten Wechselrichtern ausgehen. Diese sind zentrale Komponenten in Photovoltaik- und Batteriespeichersystemen und oft mit dem Internet verbunden. Im Falle einer Manipulation könnten Angreifer nicht nur einzelne Anlagen lahmlegen, sondern möglicherweise ganze Stromnetze destabilisieren.

Reaktionen aus der Industrie

Der Schritt stößt in der Solarbranche auf gemischte Reaktionen. Während einige Unternehmen die Maßnahme als überfällig begrüßen, warnen andere vor Versorgungsengpässen. China ist der weltweit größte Produzent von Wechselrichtern; ein kompletter Förderstopp könnte den Ausbau erneuerbarer Energien in Europa verzögern. Die EU-Kommission betont jedoch, dass die Sicherheit der Energieinfrastruktur oberste Priorität habe.

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Auswirkungen auf den Markt

Das Verbot betrifft alle Solar- und Batterie-Wechselrichter, die in China hergestellt werden. Europäische Hersteller könnten von der Entscheidung profitieren, da sie nun verstärkt nachgefragt werden. Allerdings ist ihre Produktionskapazität begrenzt. Analysten rechnen daher kurzfristig mit steigenden Preisen und längeren Lieferzeiten. Mittel- bis langfristig könnte der Schritt aber die Entwicklung eigener europäischer Technologien beschleunigen.

Sicherheitspolitische Dimension

Die Entscheidung ist Teil einer umfassenderen Strategie der EU, die Abhängigkeit von chinesischer Technologie zu verringern. Bereits in den vergangenen Jahren hatte Brüssel strenge Auflagen für 5G-Netzausrüstung erlassen. Nun folgt der Energiesektor. Kritiker bemängeln, dass die Maßnahme zu spät komme und die EU sich in eine technologische Isolation manövriere. Befürworter hingegen sehen einen notwendigen Schutz vor Industriespionage und Sabotage.

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