Globaler Poker um Öltransporte: Blockaden und Schattenflotten treiben Preise
New York, 31. März 2026 – Mit der praktischen Schließung der strategisch wichtigen Straße von Hormus durch den Iran im Zuge des eskalierenden US-israelischen Konflikts hat sich ein globaler Poker um Öltransporte entfacht. Die Rohölpreise schießen in die Höhe, ebenso wie die Kosten für Benzin und Diesel an den Zapfsäulen weltweit. Der Irankrieg belastet die Weltwirtschaft massiv und löst einen beispiellosen Preisschock aus, der sich auf alle Bereiche der globalen Logistik auswirkt.
Blockade-Brennpunkt Straße von Hormus
Nach einem Monat intensiver US-israelischer Luftangriffe auf das Mullah-Regime stecken weiterhin rund 70 Öltanker im Persischen Golf fest. Reedereien fürchten zunehmend Angriffe durch iranische Drohnen und Raketen, wobei mindestens 15 Schiffe bereits getroffen wurden. Zuletzt geriet der kuwaitische Tanker „Al-Salmi“ vor Dubai in Brand, was die Sicherheitslage weiter verschärft. Die Versicherungsprämien für Schiffe in der Region sind explodiert und erreichen bis zu zehn Prozent des Schiffswerts – das entspricht teils rund 14 Millionen Dollar pro Tanker. Zusätzlich hat sich US-Präsident Donald Trump zuletzt aus der Sicherung dieser wichtigsten Ölroute der Welt zurückgezogen, was die Unsicherheit weiter erhöht.
Alternative Routen unter Druck
Saudi-Arabien setzt aufgrund der Hormus-Blockade verstärkt auf eine alternative Route: Öl fließt nun vom Golf durch die Ost-West-Pipeline zum Terminal Yanbu am Roten Meer, wo eine Kapazität von rund fünf Millionen Barrel pro Tag genutzt werden kann. Von dort wird das Öl entweder nach Norden durch den Suezkanal oder nach Süden durch das gefährliche Nadelöhr Bab el-Mandeb verschifft. Doch diese etwa 30 Kilometer breite südliche Meerenge, auch als „Tor der Tränen“ bekannt, wird zunehmend von der Iran-nahen Huthi-Miliz im Jemen bedroht, was die Ausweichroute unsicher macht.
Schattenflotten als fragwürdige Preisbremse
Die USA haben zuletzt Sanktionen gegen russisches und teilweise auch iranisches Öl in den sogenannten Schattenflotten gelockert. Es handelt sich um enorme Mengen: Rund 125 Millionen Barrel russisches Öl lagern derzeit auf See, während beim Iran etwa 160 Millionen Barrel geschätzt werden. Durch diese Sanktionspause können diese Frachten wieder offiziell in Häfen gelöscht werden. Trump verfolgte damit das Ziel, die Weltmärkte zu „ölen“ und die Preise zu dämpfen. Doch die Ölpreise bleiben auf hohem Niveau. US-Energieexperte Ben Cahill kommentiert dazu: „Die gelockerten Sanktionen für russisches und iranisches Öl haben lediglich Zeit gekauft, aber keine nachhaltige Lösung gebracht.“
Wildwest-Methoden auf hoher See
Im immer rauer werdenden „Wildwest“-Markt des globalen Ölhandels werden Lieferungen inzwischen kurzerhand einfach umgeleitet. Ein Beispiel ist der Tanker „Elka Delphi“, der mit Diesel von New Orleans nach Amsterdam unterwegs war, jedoch abrupt abdrehte und Durban in Südafrika ansteuerte. Vermutlich handelt es sich dabei nur um eine Zwischenstation auf dem Weg zu neuen Abnehmern in Asien, die bereit sind, höhere Preise zu zahlen. Diese Dynamik zeigt, wie volatil und unberechenbar der Ölmarkt geworden ist.
Krisenregionen im Fokus
Der globale Ölpoker erreicht auch weitere Krisenregionen wie Kuba. Nach monatelanger Blockade erlaubten die USA nun dem russischen Frachter „Anatoly Kolodki“ mit rund 730.000 Barrel Öl das Anlegen, um die schwere Energiekrise auf der Insel zu lindern. Trump verwies dabei auf „humanitäre Gründe“. Insgesamt steht Öl erneut im Zentrum einer globalen Krise – so angespannt wie seit den Ölkrisen der 1970er-Jahre nicht mehr. Die Weltwirtschaft befindet sich in einem kritischen Zustand, während Regierungen und Unternehmen nach Lösungen suchen.



