Die Zukunft ist bereits da: Ein Leben ohne Gas und Öl
In einer Zeit, in der hohe Gas- und Ölpreise viele Haushalte belasten, lebt der Autor dieser Kolumne bereits in einer energieunabhängigen Zukunft. Für ihn spielen fossile Brennstoffe bei den Haushaltskosten keine Rolle mehr – ein Zustand, der nicht nur privilegiert, sondern für viele erreichbar ist.
Vorteile der Elektrifizierung im Alltag
Seitdem der Autor ein Elektroauto fährt, hat sich sein Bezug zu Benzinpreisen grundlegend geändert. Während früher der Literpreis an Tankstellen stets präsent war, ist dieser heute irrelevant. Ähnliches gilt für die Heizung: Sein Haus wird seit fünfzehn Jahren mit einer Wärmepumpe beheizt, was konstante Temperaturen und niedrige Kosten bietet. Wärmepumpen funktionieren auch in Altbauten, entgegen verbreiteter Mythen, die oft von fossilen Konzernen verbreitet werden.
Die Vorteile gehen über finanzielle Aspekte hinaus: Es gibt keine Gasleitung, die ein flüchtiges, brennbares Gift führt, und Unfälle mit Wärmepumpen sind unbekannt. Die Mobilität der Familie erfolgt größtenteils mit dem Fahrrad oder einem Elektroroller, der leise, sauber und wartungsarm ist. Von Mai bis September laden Solardächer Auto und Roller kostenlos auf.
Rationalität statt Ideologie
Dieser Lebensstil ist weder "grün" noch "woke", sondern einfach rational. Mit einem börsenabhängigen Stromtarif und einem neuen Smart Meter werden Verbrauchseinrichtungen wie Wärmepumpe und Wallbox bei niedrigen Strompreisen genutzt, was durch reduzierte Netzentgelte zusätzliche Ersparnisse bringt. Öl- und Gaspreisschocks, ausgelöst durch Konflikte wie den Krieg gegen Iran, spielen in diesem Alltag eine untergeordnete Rolle.
Warum viele Deutsche falsche Entscheidungen treffen
Trotz der offensichtlichen Vorteile entscheiden sich viele Deutsche weiterhin für fossile Lösungen. Im Jahr 2022 wurden in 28 Prozent der neu gebauten Wohneinheiten Gasheizungen verbaut, und seit dem Angriff Russlands auf die Ukraine kamen zwei Millionen weitere hinzu. Dies liegt oft an schlechter Information, kurzsichtigen Vermietern oder ideologischen Gründen.
Dabei zeigen Beispiele aus Dänemark und Norwegen, dass Alternativen möglich sind: In Dänemark sind fossile Heizungen in Neubauten seit 2013 verboten, und in Norwegen heizen zwei Drittel der Haushalte mit Wärmepumpen. Auch beim Autokauf wählen viele trotz höherer Durchschnittspreise für Diesel weiterhin Verbrenner, obwohl Elektroautos oft günstiger und umweltfreundlicher sind.
Politische Weichenstellungen und die Zukunft
Im Jahr 2026 scheint die Bundesregierung entgegen der Elektrifizierungsvorteile auf neue Öl- und Gasheizungen sowie Verbrennungsmotoren zu setzen. Dies ignoriert physikalische und ökonomische Realitäten: Verbrennungsprozesse sind ineffizient, machen abhängig von Importen und verursachen gesundheitsschädliche Emissionen. Fossile Emissionen töten weltweit Millionen Menschen jährlich.
Der Autor lebt privat bereits in einer Zukunft, die für die gesamte Menschheit notwendig ist, um die Klimakrise zu überleben. Sein Appell: Wer selbst nicht umsteigen kann, sollte politisch dafür kämpfen, dass die Weichen für ein gas- und ölfreies Leben gestellt werden. Denn die Zukunft ist nicht nur notwendig – sie ist auch angenehm.



