Ab Mai dreht Russland Kasachstan den Ölhahn für die Druschba-Pipeline zu – ausgerechnet für die PCK-Raffinerie Schwedt, die Berlin und den Hauptstadt-Flughafen BER mitversorgt. Schon nach vier Wochen Blockade könnte die Anlage stillstehen, der ohnehin knappe Kerosin-Puffer wäre schnell weg. Wie groß ist die Gefahr für Flüge, Preise und Versorgung im Nordosten wirklich und welche Alternativen bleiben Deutschland jetzt noch? Lesen Sie die Analyse, die internen Einschätzungen aus dem Krisenstab und die möglichen Auswege.
Die aktuelle Lage
Die Druschba-Pipeline, eine der wichtigsten Ölversorgungsrouten für Europa, wird ab Mai für Lieferungen aus Kasachstan gesperrt. Betroffen ist insbesondere die PCK-Raffinerie in Schwedt, die eine Schlüsselrolle für die Treibstoffversorgung der Region Berlin-Brandenburg spielt. Die Raffinerie verarbeitet Rohöl zu Benzin, Diesel und Kerosin – letzteres ist für den Flughafen BER essenziell. Bereits nach vier Wochen ohne Nachschub droht ein Stillstand der Anlage, was zu Engpässen bei Flugbenzin führen würde.
Auswirkungen auf den Flugverkehr
Der Kerosin-Puffer am BER ist ohnehin knapp bemessen. Sollte die PCK-Raffinerie ausfallen, müssten Fluggesellschaften ihre Tankvorräte aus anderen Quellen beziehen, was zu höheren Preisen und möglichen Verspätungen führen könnte. Experten warnen vor einem Dominoeffekt: Weniger Kerosin bedeutet weniger Flüge, höhere Ticketpreise und wirtschaftliche Einbußen für die Region.
Mögliche Alternativen
Die Bundesregierung prüft derzeit mehrere Optionen, um die Versorgung zu sichern. Dazu gehören der Bezug von Öl aus anderen Pipelines, der Ausbau von LNG-Importen und die Aktivierung von strategischen Reserven. Auch eine kurzfristige Umstellung der Raffinerie auf alternative Rohölquellen wird diskutiert, allerdings ist dies technisch aufwendig und zeitintensiv. Krisenstäbe arbeiten an Lösungen, doch die Zeit drängt.
Bewertung der Lage
Die Blockade der Druschba-Pipeline ist ein weiterer Schritt Russlands, um Druck auf Europa auszuüben. Für Deutschland, das bereits unter hohen Energiepreisen leidet, kommt diese Entwicklung zur Unzeit. Die Abhängigkeit von russischen Energielieferungen zeigt sich erneut als Achillesferse. Langfristig müssen die erneuerbaren Energien und die Diversifizierung der Importquellen vorangetrieben werden, um solche Krisen zu vermeiden.



