Die Energiewende in Deutschland nimmt weiter Fahrt auf: Im ersten Quartal 2026 wurden so viele Batteriespeicher neu installiert wie nie zuvor. Laut dem Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) gingen von Januar bis März rund 2 Gigawattstunden (GWh) an Speicherkapazität neu ans Netz – ein Anstieg um zwei Drittel im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Damit wächst der Gesamtbestand auf etwa 28 GWh, die sich auf rund 2,5 Millionen Anlagen verteilen.
Großspeicher treiben Wachstum
Mehr als die Hälfte des Zubaus entfiel mit über einer GWh auf Großspeicher mit Kapazitäten jenseits einer Megawattstunde. Dieses Segment verzeichnete beinahe eine Vervierfachung im Vergleich zum Vorjahr. Die Nachfrage nach Heimspeichern mit Kapazitäten von 5 bis 20 Kilowattstunden stagnierte dagegen bei rund 0,74 GWh. Der Trend zu größeren, gewerblich genutzten Speichern spiegelt den steigenden Bedarf wider, Schwankungen in der Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen auszugleichen.
Ausgleich für Solar- und Windstrom
Rein rechnerisch entspricht die installierte Gesamtkapazität dem durchschnittlichen privaten Tagesstromverbrauch von rund 3 Millionen Haushalten in Deutschland, so der BSW-Solar. Mit dieser Kapazität könnten witterungsbedingte Schwankungen bei der Produktion von Solar- und Windstrom ausgeglichen werden. Batteriespeicher gelten als Schlüsseltechnologie für eine stabile und klimaneutrale Energieversorgung.
Sorge um künftige Gesetze
Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des BSW-Solar, zeigt sich jedoch besorgt über aktuelle Gesetzespläne aus dem Bundeswirtschaftsministerium. „Batteriespeicher dürfen in den kommenden Kraftwerksauktionen nicht durch ungeeignete Ausschreibungskriterien gegenüber Gaskraftwerken benachteiligt werden“, warnt er. Vielmehr sollten Speicher gezielt gestärkt werden, da sie „ein zentraler Baustein für ein kosteneffizientes, resilientes und klimaneutrales Energiesystem“ seien. Der Verband fordert daher eine speicherfreundliche Ausgestaltung der geplanten Ausschreibungen.



