Thüringen: Fast 50.000 Arzttermine über KV-Servicestelle vermittelt
Thüringen: 50.000 Arzttermine über KV-Servicestelle

Die Zahl der Arzttermine, die über die Terminservicestelle der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) an gesetzlich Krankenversicherte in Thüringen vermittelt werden, ist im Jahr 2025 auf einen neuen Höchstwert gestiegen. Wie die KV auf Anfrage mitteilte, wurden fast 50.000 Termine von Patienten gebucht – rund 6.000 mehr als im Vorjahr 2024. Die Terminservicestelle, die unter der bundesweiten Telefonnummer 116 117 erreichbar ist, gibt es seit 2016. Sie wurde eingeführt, um die oft wochen- oder sogar monatelangen Wartezeiten auf Facharzttermine für Kassenpatienten zu verkürzen.

Angebot und Nachfrage

Im vergangenen Jahr stellten Thüringer Arztpraxen rund 74.000 Termine für die Vermittlung zur Verfügung. Allerdings wurden nicht alle vergeben – selbst bei stark nachgefragten Facharztgruppen wie Psychotherapeuten, Augenärzten, Frauenärzten, Hautärzten, Orthopäden und Gastroenterologen blieben einige Termine ungenutzt. Die Servicestelle vermittelt Patienten an Mediziner, die innerhalb von vier Wochen einen Termin frei haben. Dabei haben Patienten keinen Anspruch auf einen Wunsch-Arzt. Laut KV erhielten fast drei Viertel der vermittelten Patienten innerhalb einer Woche einen Termin.

Honorarzuschläge und Spargesetz

Fachärzte erhalten für die Behandlung vermittelter Patienten derzeit Honorarzuschläge, sofern ein Dringlichkeitscode auf der Überweisung vermerkt ist. Die Höhe der Zuschläge hängt davon ab, wie schnell der Termin nach der Kontaktaufnahme mit der Praxis vergeben wurde. Diese Sondervergütungen stehen jedoch im Zusammenhang mit dem Spargesetz der Bundesregierung für die gesetzliche Krankenversicherung auf dem Prüfstand. Die KV Thüringen hat bereits vor einer möglichen Streichung gewarnt. Die finanziellen Anreize hätten zu einem Ausbau des Terminangebots geführt. Ein Wegfall würde zu Lasten der Patienten gehen, da kurzfristig verfügbare Termine knapper würden.

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Wartezeiten und Kritik

Der Bundesrechnungshof hatte kürzlich kritisiert, dass sich die Wartezeit für gesetzlich versicherte Patienten in Deutschland zwischen 2019 und 2025 von 33 auf 42 Tage verlängert habe. Zur Länge der Wartezeiten in Thüringen jenseits der Vermittlung durch die Terminservicestelle hat die KV eigenen Angaben zufolge keine Erkenntnisse. Die Diskussion um die Finanzierung der Terminservicestelle und die Wartezeiten bleibt somit aktuell.

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