Smart-Meter-Markt gewinnt an Fahrt: Deutschland holt bei digitalen Stromzählern auf
Smart-Meter-Markt gewinnt an Fahrt: Deutschland holt auf

Smart-Meter-Markt gewinnt an Fahrt: Deutschland holt bei digitalen Stromzählern auf

Deutschland hinkt beim Einbau digitaler Stromzähler im internationalen Vergleich deutlich hinterher, doch aus Sicht eines führenden Unternehmens kommt nun zunehmend Dynamik in den Markt. Bela Schramm, Geschäftsführer von Metrify, betont: „Der Rollout kommt langsam in die Gänge.“ Deutschland habe bewusst auf eine „Goldrand-Lösung“ mit hohen Sicherheitsstandards und komplexen Regelungen gesetzt, was zu Verzögerungen geführt habe. „Wir sehen aber nun, dass richtig Bewegung in den Markt kommt, sowohl bei Netzbetreibern als auch bei wettbewerblichen Anbietern.“

Was sind Smart Meter und wie funktionieren sie?

Smart Meter, auch intelligente Messsysteme genannt, messen alle 15 Minuten den Stromverbrauch eines Haushalts und übermitteln die Daten automatisch an Netzbetreiber und Energielieferanten. Mit dieser Technologie können Verbraucher detailliert nachvollziehen, zu welcher Tageszeit sie wie viel Strom verbraucht haben. Dies ermöglicht es, den Energieverbrauch gezielt zu optimieren.

  • Haushalte mit speziellen Stromtarifen können den Betrieb von Geräten wie Waschmaschinen oder das Laden von Elektroautos in Zeiten mit hohem Angebot an Sonnen- und Windenergie legen, wenn Strom günstiger ist.
  • Dadurch lassen sich nicht nur Kosten sparen, sondern auch die Netzstabilität verbessern und erneuerbare Energien effizienter nutzen.

Deutschland im internationalen Vergleich

Bislang sind Netzbetreiber in Deutschland nur unter bestimmten Bedingungen zur Umrüstung bei privaten Kunden verpflichtet, beispielsweise wenn eine Wärmepumpe installiert wurde. Dies hat dazu geführt, dass die Smart-Meter-Quote hierzulande weit hinter europäischen Nachbarn zurückbleibt.

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  1. In vielen europäischen Ländern liegt die Quote bereits bei 80 Prozent oder mehr.
  2. In Deutschland waren es zum Jahresende 2025 nur 5,5 Prozent, was knapp 3,1 Millionen Geräten entspricht.

Bela Schramm erklärt: „Viele Menschen wissen gar nicht, was Smart Meter sind und was sie können. Das wollen wir ändern, Kunden sollen nicht auf ihren Netzbetreiber warten müssen.“ Metrify, eine Tochter des Energieunternehmens Enpal, geht gezielt auf Besitzer von Einfamilienhäusern zu und plant, in einem nächsten Schritt auch Mehrfamilienhäuser anzusprechen.

Ambitionierte Ziele für die Zukunft

Metrify sieht sich als Deutschlands größter wettbewerblicher Messstellenbetreiber und hat bis heute nach eigenen Angaben mehr als 70.000 Smart Meter installiert. Das Unternehmen plant, bis 2030 insgesamt 2,5 Millionen Smart Meter zu installieren, unabhängig von den Rollout-Plänen lokaler Netzbetreiber. Diese Initiative soll dazu beitragen, die digitale Transformation im Energiesektor voranzutreiben und Verbrauchern mehr Kontrolle über ihren Stromverbrauch zu geben.

Die zunehmende Dynamik im Smart-Meter-Markt deutet darauf hin, dass Deutschland langsam aufholt, auch wenn noch erhebliche Herausforderungen bestehen. Mit Initiativen wie denen von Metrify könnte die Quote in den kommenden Jahren deutlich steigen und so die Energiewende unterstützen.

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