Innovative Idee im Harz: Solarpark soll Waldbad mit Sonnenstrom beheizen
Im Harz könnte eine innovative Verbindung von erneuerbarer Energie und Freizeiteinrichtung entstehen. Landwirt Christian Ziegenhorn plant, wenig ertragreiche Ackerflächen bei Falkenstein und Arnstein mit Photovoltaik-Freiflächenanlagen zu bestücken. Sein besonderes Anliegen: Mit dem erzeugten Sonnenstrom das Waldbad Alterode beheizen und so die Badesaison deutlich verlängern.
Bauleitplanverfahren für 41 Hektar großen Solarpark beantragt
Bei der Stadtverwaltung Arnstein liegt seit Anfang März ein offizieller Antrag auf Einleitung eines Bauleitplanverfahrens für die Errichtung eines rund 41 Hektar großen Solarparks in den Gemarkungen Ulzigerode und Alterode vor. Bürgermeisterin Janet Klaus bestätigt den Eingang des Antrags, weist jedoch darauf hin, dass ein direkter Zusammenhang mit der Energieversorgung des Waldbades in den Unterlagen nicht dargestellt ist.
Christian Ziegenhorn räumt dies ein, betont aber, dass die Beheizung des Waldbades eine interessante Option und Alternative zum ursprünglich vorgesehenen Standort wäre. „Die Idee zum Beheizen des Wassers im Waldbad habe ich schon vor zwei Jahren geäußert, aber sie ist wohl irgendwie untergegangen“, erklärt der Landwirt. Ihm sei wichtig, dass diese Möglichkeit öffentlich diskutiert wird und in die Überlegungen einfließen kann.
Stadt Arnstein fordert belastbare Konzepte
Die Stadt Arnstein als Eigentümerin und Betreiberin des Waldbades Alterode steht den Plänen bisher zurückhaltend gegenüber. Bürgermeisterin Klaus betont: „Mögliche Effekte oder Vorteile für den Betrieb des Waldbades beruhen nach derzeitiger Kenntnis nicht auf abgestimmten Konzepten oder belastbaren Berechnungen.“ Es fehlen somit konkrete Nachweise für die Machbarkeit und Wirtschaftlichkeit des Vorhabens.
Christian Ziegenhorn plant den Betrieb des Solarparks ohne EEG-Förderung, was bedeutet, dass er auf Entschädigungen bei Netzengpässen verzichten würde. Dies ist ein ungewöhnlicher Schritt, der das Projekt finanziell riskanter macht, aber auch Unabhängigkeit von staatlichen Förderungen demonstriert.
Naturschutzrechtliche Hürden und unvollständige Unterlagen
Der weitere Verlauf des Projekts ist derzeit ungewiss. Die Stadt Arnstein hat festgestellt, dass die eingereichten Unterlagen noch unvollständig sind, sodass eine inhaltliche Prüfung bisher nicht möglich war. Zusätzlich befindet sich die vorgesehene Fläche in einem Landschaftsschutzgebiet, was besondere naturschutzrechtliche Prüfungen erforderlich macht.
Bürgermeisterin Klaus erklärt: „Entsprechende naturschutzrechtliche Belange wären daher im weiteren Verfahren ebenfalls zu prüfen und zu berücksichtigen.“ Dies bedeutet, dass Umweltverträglichkeitsprüfungen und Abwägungen zwischen Energiegewinnung und Landschaftsschutz notwendig werden.
Potenzial für regionale Wertschöpfung
Trotz der Hürden sieht Christian Ziegenhorn großes Potenzial in seinem Vorhaben. „Das Waldbad ist vielen Leuten etwas wert, und es hätten auch alle etwas davon“, betont er. Die Kombination aus Solarstromerzeugung und Nutzung für ein kommunales Freizeitangebot könnte ein Modell für andere Regionen werden.
Die Diskussion um den Solarpark bei Alterode zeigt exemplarisch die Herausforderungen der Energiewende im ländlichen Raum: Die Suche nach geeigneten Flächen, die Abwägung zwischen verschiedenen Nutzungsinteressen und die Integration erneuerbarer Energien in bestehende Infrastrukturen erfordern sorgfältige Planung und transparente Kommunikation zwischen allen Beteiligten.



