Solarzaun in Basepohl: Stromproduktion läuft, Vergütung stockt
In der Bio-Eichenmühle in Basepohl bei Stavenhagen scheint die Sonne auf einen innovativen Solarzaun, der jährlich bis zu 90.000 Kilowattstunden Strom erzeugt. Ein Großteil dieser Energie wird direkt vor Ort genutzt, überschüssiger Strom fließt ins öffentliche Netz. Doch trotz der reibungslosen Stromproduktion wartet Geschäftsführer Carsten Pohl verzweifelt auf die gesetzlich garantierte Einspeisevergütung. Seit über einem Jahr zieht sich der Prozess mit dem Netzbetreiber e.dis hin, was Frust und finanzielle Unsicherheit auslöst.
Langer Weg zum Netzanschluss
Der Anschluss der Photovoltaik-Anlage an das Netz von e.dis dauerte fast ein Jahr. Carsten Pohl meldete die Anlage im Januar 2025 an, doch erst nach Medienberichten im Herbst kam Bewegung in den Fall. Immer wieder musste er neue Unterlagen einreichen und wurde vertröstet. „Nach über einem Jahr hat e.dis immer noch nicht alle Dokumente und Genehmigungen erteilt“, erklärt Pohl verärgert. Der Netzbetreiber begründet die Verzögerung mit einer hohen Antragsflut und betont, dass der Fall weiterhin geprüft werde.
Netzbetreiber verweist auf Verfahren und Datenschutz
e.dis-Pressesprecher Nils Winter betont, dass Abrechnungen nicht zurückgehalten würden, aber in Einzelfällen längere Bearbeitungszeiten auftreten könnten. „Leider kann es in Einzelfällen zu einer längeren Bearbeitungszeit kommen, was wir ausdrücklich bedauern“, so Winter. Aus Datenschutzgründen äußerte er sich nicht konkret zum Fall der Bio-Eichenmühle, verwies aber auf das standardisierte Verfahren: Anmeldung, Prüfung der Netzverträglichkeit, Anschlusszusage und nach Fertigmeldung die technische Inbetriebnahme. Für die Einspeisevergütung sei zusätzlich eine Registrierung im Marktstammdatenregister nötig.
Auswirkungen auf die Bio-Eichenmühle
Der Solarzaun erstreckt sich über 250 Meter auf dem Firmengelände und trägt zur nachhaltigen Energieversorgung bei. Doch die ausbleibende Vergütung belastet das Unternehmen finanziell. Pohl fordert eine zügige Klärung, da die Einspeisevergütung im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) rechtlich verankert ist. Die Situation unterstreicht Herausforderungen bei der Umsetzung erneuerbarer Energien in der Praxis, trotz gesetzlicher Rahmenbedingungen.



