Deutschlands Stromerzeugung 2025: Erneuerbare dominieren weiterhin
Die inländische Stromproduktion in Deutschland stammte auch im Jahr 2025 überwiegend aus erneuerbaren Energiequellen. Nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes wurden 58,6 Prozent der ins Netz eingespeisten Strommenge aus Windkraft, Sonne und Biogas gewonnen. Damit setzt sich der Trend der vergangenen Jahre fort, obwohl der Anteil der Erneuerbaren im Vergleich zu 2024 um knapp einen Prozentpunkt leicht zurückging.
Windkraft bleibt führend, Solarstrom bricht alle Rekorde
Trotz einer leicht rückläufigen Menge blieb die Windkraft mit einem Anteil von 30 Prozent an der Gesamtstromerzeugung der wichtigste Energieträger in Deutschland. Die eigentliche Überraschung des Jahres 2025 war jedoch die Photovoltaik: Die Stromeinspeisung aus Solaranlagen stieg im Vergleich zum Vorjahr um beeindruckende 17,4 Prozent auf 70,1 Milliarden Kilowattstunden an.
Sowohl die produzierte Menge als auch der Anteil von 16 Prozent an der gesamten inländischen Stromproduktion markieren Höchstwerte seit Beginn der Erhebung im Jahr 2018. Damit steht Solarstrom erstmals knapp hinter der Stromerzeugung aus Erdgas, die ebenfalls einen Rekordwert erreichte.
Konventionelle Energieträger legen zu
Während die Strommenge aus erneuerbaren Quellen mit 256,9 Milliarden Kilowattstunden nahezu unverändert blieb, verzeichneten konventionelle Energieträger ein Wachstum von 3,6 Prozent auf 181,3 Milliarden Kilowattstunden. Ihr Anteil an der Gesamtstromerzeugung stieg damit auf 41,4 Prozent.
Besonders bemerkenswert ist die Entwicklung bei Erdgas: Mit 70,6 Milliarden Kilowattstunden und einem Anteil von 16,1 Prozent übertraf die Gasverstromung knapp die Photovoltaik und verzeichnete ein Plus von 10,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Die Kohle blieb mit 96,8 Milliarden Kilowattstunden und einem Anteil von 22,1 Prozent der zweitwichtigste Energieträger, obwohl ihr Beitrag im Vergleich zu 2024 leicht zurückging. Deutschland plant den schrittweisen Ausstieg aus der Kohleverstromung bis 2038, was zu einem Verlust an gesicherter Leistung führen wird.
Politische Debatten und Versorgungssicherheit
Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) hat angekündigt, neue kleine Solaranlagen künftig nicht mehr staatlich zu fördern, da sie sich für Verbraucher auch ohne Unterstützung rechnen würden. Eine endgültige Entscheidung in der Koalition steht jedoch noch aus.
Zur Sicherung der Stromversorgung bei ungünstigen Wetterbedingungen hat die Bundesregierung den Neubau von Gaskraftwerken beschlossen. Eine Analyse der KfW zeigt jedoch, dass Wind- und Solarenergie nur an etwa 15 Tagen im Jahr keinen Strom liefern. Im Durchschnitt der letzten drei Jahre traten ungünstige Bedingungen für beide Energiequellen lediglich an vier Prozent aller Tage auf.
Insgesamt unterstreichen die Zahlen des Statistischen Bundesamtes die weiterhin dominierende Rolle der erneuerbaren Energien im deutschen Strommix, während gleichzeitig die Bedeutung von Erdgas als Brückentechnologie zunimmt.



