Windpark-Pläne in Karstädt: Reitwege in Gefahr - Investor muss Lösungen finden
Windpark-Pläne: Reitwege in Gefahr, Investor sucht Lösung

Windpark-Pläne in Karstädt: Reitwege in Gefahr - Investor muss Lösungen finden

In der Gemeinde Karstädt in der Prignitz stehen zwei bedeutende Windpark-Projekte an, die sowohl für erneuerbare Energie als auch für lokale Interessen sorgen. In Pröttlin plant die Denker & Wulf AG ein Repowering, bei dem zwölf alte Windräder durch neun moderne Anlagen ersetzt werden sollen. Parallel dazu möchte die Naturwind Potsdam GmbH in Reckenzin einen neuen Windpark mit drei Anlagen errichten. Die Gemeindevertretung Karstädt hat in ihrer jüngsten Sitzung weitere Schritte für die Bebauungsplanverfahren befürwortet, doch insbesondere in Reckenzin gibt es erhebliche Bedenken.

Fortschritte in Pröttlin trotz Denkmalschutz-Hürden

In Pröttlin ist das frühzeitige Beteiligungsverfahren bereits abgeschlossen, und Stellungnahmen von Trägern öffentlicher Belange sowie der Öffentlichkeit wurden eingereicht und geprüft. Ein wesentlicher Einwand kam vom Brandenburgischen Landesamt für Denkmalpflege und Archäologischen Landesmuseum (BLDAM), das auf das bedeutende Bodendenkmal „Burgwall slawisches Mittelalter“ in der Gemarkung Pinnow hinwies, das unter besonderem Schutz steht. Als Reaktion darauf hat der Investor die Anzahl der geplanten neuen Windräder von zehn auf neun reduziert und einen Standort verschoben.

Die Gemeindevertreter haben mit zwölf Ja- und sechs Nein-Stimmen beschlossen, den überarbeiteten Entwurf des Bebauungsplanes für einen Monat öffentlich auszulegen. In dieser Phase können Bürger ihre Stellungnahmen abgeben. Der Ortsbeirat Pröttlin hat eine Realisierung des Vorhabens empfohlen, was auf lokale Unterstützung hindeutet.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Reckenzin: Knappe Entscheidung und Reitweg-Problematik

In Reckenzin gestaltet sich die Situation schwieriger, da das Bebauungsplanverfahren weniger fortgeschritten ist und es mehr Bedenken seitens der Gemeindevertreter gibt. Zwar hat auch hier die frühzeitige Beteiligung stattgefunden, aber erst in der jüngsten Sitzung wurden die Stellungnahmen abgewogen. Ortsvorsteher Tino Holzwarth bekräftigte, dass seine Zustimmung zum Vorhaben unverändert bleibt, und der Ortsbeirat hat eine positive Empfehlung ausgesprochen.

Mit zehn Ja- und sieben Nein-Stimmen stimmte die Gemeindevertretung zu, den Planentwurf zu überarbeiten, wobei Gemeindevertreter Michael Quirling aus Befangenheitsgründen nicht teilnahm. Dieses knappe Ergebnis ermöglicht es, den Entwurf bei einer der nächsten Sitzungen erneut vorzulegen, um über die öffentliche Auslegung zu entscheiden.

Reitwege als entscheidender Faktor

Ein kritischer Punkt in Reckenzin betrifft die Reitwege, die durch die Zuwegung zu den geplanten Windrädern wegfallen würden. Der Pferdehof Schörfke in Klein Warnow nutzt diese Wege, und es wird befürchtet, dass der Tourismus und die Existenz des Hofs gefährdet sein könnten. Die Gemeindevertreter fordern nun, dass der Investor neue Reitwege anlegt, um die Verluste auszugleichen.

Carsten Höger, Vorsitzender des Bauausschusses, informierte die Gemeindevertreter, dass man sich mit Bürgern und dem Investor bei der nächsten Bauausschusssitzung vor Ort treffen werde, um eine Lösung zu finden. Dieser Austausch ist entscheidend, da die Realisierung des Windparks maßgeblich von der Bereitschaft des Investors abhängt, auf diese lokalen Bedürfnisse einzugehen.

Insgesamt zeigen die Windpark-Pläne in Karstädt die Balance zwischen dem Ausbau erneuerbarer Energien und dem Schutz lokaler Interessen. Während in Pröttlin die Verfahren voranschreiten, bleibt in Reckenzin die Frage der Reitwege ein zentraler Streitpunkt, der die Zukunft des Projekts beeinflussen wird.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration