Bundesbank warnt vor deutlichem Inflationsanstieg durch Iran-Konflikt
Die Bundesbank erwartet infolge des Iran-Kriegs einen erheblichen Inflationsschub in Deutschland sowie einen spürbaren Dämpfer für die Konjunktur. In ihrem aktuellen Monatsbericht schreibt die Notenbank, dass die Inflationsrate in den kommenden Monaten deutlich in Richtung drei Prozent ansteigen dürfte. Grund dafür sind die hochgeschnellten Sprit- und Heizölpreise aufgrund der Kämpfe im Nahen Osten.
Energieversorgung und Wirtschaftsentwicklung gefährdet
Die weitere Entwicklung hängt maßgeblich vom Verlauf des Kriegs ab. Eine lang anhaltende Sperrung der Straße von Hormus für den Schiffsverkehr könnte die Energieversorgung belasten und die Inflationsrate über einen längeren Zeitraum deutlich erhöhen. Im Februar lag die Teuerungsrate in Deutschland noch bei 1,9 Prozent.
Auch für die erwartete Erholung der deutschen Wirtschaft hat der Iran-Krieg ernste Folgen. Haushalte und Unternehmen werden besonders über teurere Energie belastet. Dies könnte sich noch im ersten Quartal bemerkbar machen und trübt den Ausblick für das zweite Quartal. Die Bundesbank prognostiziert für das erste Quartal eine stagnierende Wirtschaft.
Konjunkturerholung in Gefahr
Die Bundesbank warnt: „Sollte sich der Konflikt noch in das zweite Quartal hineinziehen, dürfte von damit einhergehender hoher Unsicherheit und einer schwächeren Weltwirtschaft zusätzlicher Gegenwind kommen.“ Auch längere Folgen schließt sie nicht aus. Für die Aussichten ab der zweiten Jahreshälfte werde es maßgeblich darauf ankommen, wie lange der Konflikt anhält und in welchem Umfang das globale Energieangebot beeinträchtigt wird.
Erst kürzlich hatte das Ifo-Institut gewarnt, der Krieg im Iran beende vorerst die Hoffnung auf einen Aufschwung. Die Kämpfe trüben die Stimmung bei Unternehmen, wie der gesunkene Ifo-Index für März zeigte. Eigentlich sollte die deutsche Wirtschaft dank staatlicher Milliardenausgaben für Infrastruktur und Verteidigung 2026 wieder um rund ein Prozent wachsen, nachdem sie 2025 mit einem Mini-Wachstum nur knapp am dritten Rezessionsjahr in Folge vorbeigeschrammt war. Doch mit dem Iran-Krieg haben Ökonomen ihre Prognosen gesenkt.
Die Bundesbank betont, dass die Unsicherheit über den weiteren Verlauf des Konflikts eine erhebliche Belastung für die wirtschaftliche Entwicklung darstellt. Die Kombination aus steigenden Energiepreisen und gedämpfter Konjunktur könnte sich zu einer nachhaltigen Herausforderung für die deutsche Wirtschaft entwickeln.



