Bundesbank warnt: Irankrieg treibt Inflation in Deutschland auf bis zu drei Prozent
Bundesbank: Irankrieg treibt Inflation auf drei Prozent

Bundesbank prognostiziert deutlichen Inflationsanstieg durch Irankrieg

Die Deutsche Bundesbank warnt in ihrem aktuellen Monatsbericht vor einem erheblichen Inflationsschub in Deutschland als Folge des anhaltenden Irankriegs. Demnach könnten die anhaltende Blockade der Straße von Hormus und die dadurch hochgeschnellten Sprit- und Heizölpreise die Inflationsrate in den kommenden Monaten deutlich in Richtung drei Prozent treiben. Im Februar 2026 lag die Teuerungsrate noch bei 1,9 Prozent.

Energieversorgung und Wirtschaftsentwicklung unter Druck

Die Bundesbank betont, dass die weitere Entwicklung maßgeblich vom Verlauf des Konflikts im Nahen Osten abhängt. Eine lang anhaltende Sperrung der Straße von Hormus für den Schiffsverkehr könnte die Energieversorgung nachhaltig belasten und die Inflationsrate über einen längeren Zeitraum deutlich erhöhen. Gleichzeitig habe der Irankrieg ernste Folgen für die erwartete Erholung der deutschen Wirtschaft.

Die deutsche Wirtschaft ist laut Bundesbank ohne Schwung ins Jahr 2026 gestartet. Die Wirtschaftsleistung werde im ersten Quartal 2026 voraussichtlich stagnieren, nachdem das Bruttoinlandsprodukt im Schlussvierteljahr 2025 noch um 0,3 Prozent gewachsen war. Sollte sich der Konflikt bis ins zweite Quartal hineinziehen, drohten zusätzlicher Gegenwind durch hohe Unsicherheit und eine schwächere Weltwirtschaft.

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Industrielle Schwächen und verzögerte Investitionseffekte

Die Bundesbank begründet ihre vorsichtige Prognose mit anhaltenden Schwächen in der Industrie. "Nach wie vor ist die Kapazitätsauslastung in der Industrie gering, was die privaten Investitionen dämpft", heißt es im Monatsbericht. Aufgrund ihrer schwachen Wettbewerbsposition könne die deutsche Industrie nur begrenzt vom wachsenden Welthandel profitieren.

Die milliardenschweren Investitionen in Verteidigung und Infrastruktur dürften erst im späteren Verlauf des Jahres 2026 für spürbaren Auftrieb sorgen. Es werde eine gewisse Zeit dauern, bis diese Aufträge die Produktion merklich steigern und positive Effekte auf das Wirtschaftswachstum entfalten.

Internationale Warnungen und gesunkene Konjunkturerwartungen

Die in Paris ansässige Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) warnte bereits am Donnerstag, dass ein fast vollständiger Stillstand der Energielieferungen durch die Straße von Hormus die Inflation drastisch in die Höhe treiben könnte. Die OECD schätzt die Gesamtinflation in den USA für 2026 nun auf 4,2 Prozent, was einem Anstieg um 1,2 Prozentpunkte gegenüber der vorherigen Prognose entspricht.

Erst am Mittwoch hatte das Ifo-Institut gewarnt, der Krieg in Iran beende vorerst die Hoffnung auf einen Aufschwung. Die Kämpfe trüben die Stimmung bei Unternehmen deutlich, wie der gesunkene Ifo-Index für März 2026 zeigte. Eigentlich sollte die deutsche Wirtschaft dank staatlicher Milliardenausgaben für Infrastruktur und Verteidigung 2026 wieder um rund ein Prozent wachsen, nachdem sie 2025 mit einem Miniwachstum nur knapp am dritten Rezessionsjahr in Folge vorbeigeschrammt war.

Doch mit dem Irankrieg haben Ökonomen ihre Prognosen gesenkt. Die Bundesbank schließt längere Folgen nicht aus: Für die Aussichten ab der zweiten Jahreshälfte 2026 werde es maßgeblich darauf ankommen, wie lange der Konflikt anhält und in welchem Umfang das globale Energieangebot beeinträchtigt wird. Verbraucher und Unternehmen müssen sich auf anhaltend hohe Energiepreise und eine gedämpfte Konjunkturentwicklung einstellen.

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