Neue Tankregel in Kraft: Nur eine Preiserhöhung pro Tag ab sofort erlaubt
Neue Tankregel: Nur eine Preiserhöhung täglich

Neue Tankregel tritt in Kraft: Nur eine Preiserhöhung pro Tag erlaubt

Ab dem heutigen Mittwoch, dem 1. April 2026, gilt in Deutschland eine neue gesetzliche Regelung für Spritpreise an Tankstellen. Die schwarz-rote Koalition hat beschlossen, dass Preiserhöhungen für Kraftstoffe nur noch einmal täglich vorgenommen werden dürfen, konkret um 12 Uhr mittags. Preissenkungen bleiben hingegen jederzeit möglich. Diese Neuregelung orientiert sich am österreichischen Vorbild und soll mehr Verlässlichkeit und Transparenz für Autofahrerinnen und Autofahrer schaffen.

Hintergrund und Einführung der neuen Regel

Die Einführung dieser Tankregel erfolgt vor dem Hintergrund der stark gestiegenen Spritpreise seit Beginn des Iran-Krieges. Viele Verbraucher hatten kritisiert, dass sich die Preise an Tankstellen teilweise extrem häufig änderten – im Durchschnitt meldete eine Tankstelle pro Tag etwa 20 Preisveränderungen, in Spitzenzeiten sogar bis zu 50. Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamts, betonte, dass dadurch Preisvergleichs-Apps an Bedeutung verloren hätten. Verstöße gegen das Verbot mehrmaliger Preiserhöhungen können mit Bußgeldern von bis zu 100.000 Euro geahndet werden.

Reaktionen von Verbraucherschützern und Experten

Ramona Pop, Vorständin des Verbraucherzentrale-Bundesverbands, äußerte sich skeptisch: „Ob die neue Tankregel tatsächlich zu günstigeren Spritpreisen führen wird, ist offen. Die Erfahrung aus Österreich zeigt: Kurz nach der Einführung sanken die Kraftstoffpreise vorübergehend, pendelten sich aber rasch wieder auf dem gewohnten Niveau ein.“ Auch der ADAC bewertet das Eingreifen der Bundesregierung grundsätzlich positiv, bezweifelt jedoch, dass das Gesetz zu niedrigeren Preisen führt. In Österreich liege der günstigste Zeitpunkt zum Tanken nun häufig kurz vor Mittag, zu einem Zeitpunkt, an dem bisher nur wenige Menschen eine Tankstelle ansteuern.

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Branchenstimmen und Marktentwicklung

Der Wirtschaftsverband Fuels und Energie, der mehrere Mineralölkonzerne vertritt, hält wenig von dem neuen Modell. In einer Stellungnahme heißt es: „Uns ist keine Untersuchung bekannt, die belegt, dass das neue Preismodell nach österreichischem Vorbild Vorteile für den Verbraucher bieten würde.“ Der Verband widerspricht zudem der Darstellung, dass Tankstellenpreise in Deutschland wegen des Krieges besonders stark gestiegen seien. Herbert Rabl, Sprecher des Interessenverbands der Tankstellen, sagte: „In Österreich hat der Preiskampf nicht so stattgefunden, wie man sich das wünscht. Es ist unklar, ob die Mineralölkonzerne in Deutschland den Preiswettbewerb aufnehmen wollen.“

Preisentwicklung und weitere geplante Maßnahmen

Seit Beginn des Iran-Krieges haben sich die Spritpreise deutlich erhöht. Am 27. Februar, dem Tag vor Kriegsbeginn, kostete ein Liter Super E10 im bundesweiten Tagesdurchschnitt 1,778 Euro, Diesel lag bei 1,746 Euro. Inzwischen hat der Dieselpreis Superbenzin überholt – am Dienstag lagen die morgendlichen Preisspitzen laut ADAC bei 2,368 Euro, was einer Verteuerung um gut ein Drittel entspricht. Super E10 verteuerte sich um etwa ein Fünftel. Die schwarz-rote Koalition prüft weitere Schritte für den Fall, dass der Krieg länger andauert und die Preise weiter steigen. Dazu zählen:

  • Eine temporäre Entlastung über die Pendlerpauschale
  • Eine Pauschalentlastung über Daten der Kfz-Steuer
  • Eine befristete Senkung der Energiesteuer
  • Die Senkung der Stromsteuer für alle
  • Einen Spritpreisdeckel
  • Die Einführung einer „Übergewinnsteuer“ für kriegsbedingte Profite von Mineralölkonzernen

Zum Spritpreispaket der Bundesregierung gehört auch, dass das Kartellamt mehr Befugnisse gegen überhöhte Preise erhält, wobei entsprechende Maßnahmen viel Zeit in Anspruch nehmen könnten.

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