UniCredit-Hauptversammlung segnet Kapitalerhöhung für Commerzbank-Übernahme ab
UniCredit erhält grünes Licht für Commerzbank-Deal

Der Übernahmekampf um die Commerzbank tritt in eine entscheidende Phase. Die italienische Großbank UniCredit hat auf ihrer Hauptversammlung am 4. Mai 2026 mit einer überwältigenden Mehrheit von 99,55 Prozent der Stimmen eine Kapitalerhöhung in Höhe von 6,7 Milliarden Euro genehmigt. Damit ist der Weg für ein offizielles Übernahmeangebot an die Aktionäre der Commerzbank frei.

Der lange Weg zur Übernahme

Bereits im März 2024 begann UniCredit, gezielt Aktien der Commerzbank zu erwerben. Seitdem hat der italienische Finanzkonzern seinen Anteil kontinuierlich ausgebaut. UniCredit-Chef Andrea Orcel verfolgt dabei ein klares Ziel: Durch eine Fusion mit der Commerzbank will er die Marktposition seiner Bank in Deutschland und Europa nachhaltig stärken. Die Commerzbank selbst leistet jedoch erbitterten Widerstand. Das Frankfurter Institut fürchtet um seine Unabhängigkeit und die eigene Unternehmenskultur. Die Führung um CEO Manfred Knof und Aufsichtsratschef Jens Weidmann hat mehrfach betont, dass man eine feindliche Übernahme ablehne und stattdessen auf eine eigenständige Zukunft setze.

Die Details des Angebots

UniCredit bietet den Commerzbank-Aktionären ein Umtauschverhältnis von 0,485 eigenen Aktien für jede Commerzbank-Aktie. Dies entspricht einem Wert von rund 30,80 Euro pro Commerzbank-Anteil. Der aktuelle Börsenkurs der Commerzbank liegt jedoch bei 34,43 Euro – deutlich über dem Angebotspreis. Das Übernahmeangebot ist als freiwilliges Angebot ausgestaltet. Hintergrund ist die gesetzliche Regelung, dass ein Investor, der mehr als 30 Prozent an einer börsennotierten Gesellschaft hält, ein Pflichtangebot an alle Aktionäre abgeben muss. Durch das freiwillige Angebot umgeht UniCredit diese Verpflichtung zunächst. Sollte die Bank die 30-Prozent-Schwelle überschreiten, kann sie anschließend weitere Aktien am Markt erwerben, ohne erneut ein Angebot unterbreiten zu müssen. Auf diese Weise kann UniCredit ihre Beteiligung schrittweise ausbauen, ohne sofort den vollen Preis für alle Anteile zahlen zu müssen.

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Umbaupläne und Widerstand

Im Falle einer erfolgreichen Übernahme plant UniCredit einen massiven Stellenabbau in Deutschland. Rund 7000 Arbeitsplätze sollen gestrichen werden, um Synergien zwischen der HypoVereinsbank und der Commerzbank zu heben. Die Commerzbank wehrt sich vehement gegen diese Pläne. Auch der deutsche Staat, der als zweitgrößter Aktionär fungiert, könnte die Übernahme weiter blockieren. Die Bundesregierung hat mehrfach signalisiert, dass sie eine feindliche Übernahme kritisch sieht und die Interessen der deutschen Wirtschaft schützen will.

Der nächste Schritt

Die Angebotsfrist beginnt am Dienstag, dem 5. Mai 2026, und läuft rund vier Wochen. In dieser Zeit müssen die Aktionäre der Commerzbank entscheiden, ob sie ihre Anteile tauschen möchten. Die Commerzbank wird voraussichtlich alles daransetzen, ihre Investoren vom Verkauf abzuhalten und für die Eigenständigkeit des Instituts zu werben. Entscheidend wird sein, wie viele Anleger das Angebot annehmen. Sollte UniCredit die angestrebte 30-Prozent-Hürde nehmen, könnte die Übernahme in den kommenden Monaten weiter voranschreiten.

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