Decathlon beschleunigt Expansion in Deutschland trotz wirtschaftlicher Herausforderungen
Der französische Sportartikelhersteller Decathlon hat im vergangenen Jahr ein bemerkenswertes Wachstum in Deutschland verzeichnet, das sich trotz der anhaltenden Wirtschaftskrise fortsetzt. Das Unternehmen meldet für das Jahr 2025 einen Umsatzanstieg von 8,8 Prozent auf insgesamt etwa 1,27 Milliarden Euro. Dieser Wert stellt eine deutliche Steigerung gegenüber dem Vorjahr dar, als das Wachstum noch bei moderaten 2,1 Prozent lag.
Filialnetz wächst mit 18 neuen Standorten
Im Rahmen seiner Expansionsstrategie eröffnete Decathlon im vergangenen Jahr 18 neue Filialen in deutschen Städten, darunter München, Stuttgart, Frankfurt am Main und Berlin. Damit erhöhte sich die Gesamtzahl der Standorte in Deutschland auf 105, an denen aktuell rund 6000 Mitarbeiter beschäftigt sind. Bis zum Ende des Jahres 2027 plant das Unternehmen, weitere 1000 Arbeitsplätze zu schaffen.
Die Expansion erfolgt in einem hart umkämpften Markt, der von etablierten Playern wie Intersport und Sport 2000 dominiert wird. Decathlon versucht, mit seinem aggressiven Wachstumskurs Marktanteile von diesen etablierten Händlerverbünden zu gewinnen.
Strategiewechsel: Von großen Außenstadtflächen zu kompakten Innenstadtläden
Ein bedeutender Wandel zeichnet sich in der Standortstrategie des Unternehmens ab. Während Decathlon in der Vergangenheit vor allem auf große Filialen mit breiter Produktpalette in Gewerbegebieten außerhalb der Stadtzentren setzte, verfolgt das Unternehmen nun einen neuen Ansatz.
Für das kommende Jahr sind 25 Neueröffnungen geplant, die gezielt in Einkaufszentren und Fußgängerzonen angesiedelt werden sollen. Diese neuen Geschäfte werden kleiner dimensioniert sein und ein reduziertes Sortiment anbieten. Geplante Standorte für 2026 umfassen unter anderem Oberhausen, Saarbrücken, Leverkusen und Trier.
Umsatzverteilung und profitable Kundensegmente
Der stationäre Handel bleibt für Decathlon die wichtigste Umsatzquelle. Rund 74 Prozent des Gesamtumsatzes wurden im Jahr 2025 in den physischen Geschäften erwirtschaftet, während der Online-Handel einen deutlich geringeren Anteil beisteuert.
Besonders erfolgreich ist das Unternehmen nach eigenen Angaben in den Bereichen Radfahren und Laufen. Diese Sportarten sowie die Ausrüstung für Einsteiger, die diese Aktivitäten aufnehmen möchten, stellen besonders profitable Segmente für den Sportartikelhändler dar.
Wirtschaftliche Kennzahlen und Ziele
Das operative Ergebnis (Ebit) stieg im vergangenen Jahr um 2,9 Prozent auf 28,1 Millionen Euro. Allerdings liegt dieser Wert deutlich unter dem Gewinn von mehr als 38 Millionen Euro, den das Unternehmen noch im Jahr 2023 ausgewiesen hatte. Zum Nettoergebnis macht Decathlon keine detaillierten Angaben.
Das langfristige Ziel des Unternehmens bleibt ambitioniert: Bis zum Jahr 2027 plant Decathlon, sein Filialnetz in Deutschland auf insgesamt 150 Standorte auszubauen. Diese Expansionspläne hatte der Sportartikelhersteller bereits vor etwa eineinhalb Jahren angekündigt und verfolgt sie seitdem konsequent weiter.
Die Entwicklung bei Decathlon zeigt, dass der Sport- und Freizeitmarkt in Deutschland trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten weiterhin Wachstumspotenzial bietet. Mit der angepassten Standortstrategie und dem kontinuierlichen Ausbau des Filialnetzes positioniert sich das Unternehmen für die Zukunft im deutschen Einzelhandel.



