Euronics kämpft mit Umsatzrückgang und setzt auf neue Geschäftsfelder
Beim Elektronikfachhändler Euronics sind die Umsätze im laufenden Geschäftsjahr erneut rückläufig. Vorstandssprecher Benedict Kober bestätigte am Unternehmenssitz in Ditzingen bei Stuttgart, dass das Unternehmen hinter den Vorjahreszahlen liegt und mit einem weiteren Minus rechnet. Trotz dieser Herausforderungen sieht Euronics jedoch erhebliche Wachstumschancen in innovativen Produktsegmenten.
Innovative Wachstumsbereiche: Mutter-Kind und Haustiere
Im Bereich Mutter und Kind verzeichnet Euronics bereits jetzt starke Nachfrage, insbesondere bei Milchpumpensystemen und anderen Kleingeräten. Kober betonte, dass dieses Segment ein enormes Potenzial bietet und bei den Kundinnen und Kunden äußerst begehrt ist. Parallel dazu expandiert der Händler in den Markt für Haustierprodukte, wo intelligente Lösungen wie ferngesteuerte Kommunikationsgeräte, selbstreinigende Katzenklos und smarte Futterstationen im Fokus stehen.
„Hunde und Katzen haben in deutschen Familien einen hohen Stellenwert, und hier sind die Menschen auch bereit, Geld auszugeben“, erklärte Kober. Der Vorstand ist überzeugt, dass Euronics durch seine Expertise im Elektronikbereich, insbesondere bei Smartphones, ideal positioniert ist, um ansteuerbare Produkte erfolgreich zu vermarkten. Brendan Lenane, weiteres Vorstandsmitglied, unterstrich die technologischen Möglichkeiten dieser Nischen.
Herausforderungen und strategische Hoffnungen
Die aktuelle Konsumstimmung ist durch erhebliche Verunsicherung geprägt. Kriege, Zolldiskussionen und Ängste vor Arbeitsplatzverlusten führen dazu, dass viele Kundinnen und Kunden zurückhaltend bei größeren Anschaffungen sind. Dennoch hofft Euronics auf eine sogenannte „Replacementwelle“, bei der während der Corona-Pandemie gekaufte Geräte wie Fernseher, Notebooks und Tablets ersetzt werden müssen. Bislang hat sich diese Welle noch nicht deutlich bemerkbar gemacht, aber Kober ist optimistisch: „Das Zeug muss irgendwann auch mal ersetzt werden.“
Im Geschäftsjahr 2024/25 verzeichnete Euronics einen Zentralumsatz von 1,3 Milliarden Euro, was einem Rückgang von 2,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Der genossenschaftlich organisierte Verbund umfasst in Deutschland rund 1.000 Mitgliedsunternehmen, die mehr als 1.100 Standorte betreiben. Trotz der schwierigen Marktbedingungen bleibt Euronics zuversichtlich, durch die Erschließung neuer Absatzkanäle und die Stärkung der Kundenbindung langfristig zu wachsen.



