Ein bewegender Abschied nach mehr als drei Jahrzehnten
Im Edeka-Markt in der Vietmannsdorfer Straße in Templin wurde eine langjährige Mitarbeiterin auf besondere Weise verabschiedet. Marlen Petermann, die 32 Jahre an diesem Standort als Verkäuferin tätig war, feierte ihren allerletzten Arbeitstag vor dem wohlverdienten Ruhestand. Chefin Silke Krüger und das gesamte Team bereiteten der 63-Jährigen einen unvergesslichen Abschied, der die Wertschätzung für ihre jahrzehntelange Arbeit deutlich zum Ausdruck brachte.
Ein rollender Kaufmannsladen und musikalische Begleitung
Der besondere Tag begann mit einem Ständchen der Kollegen für Marlen Petermann. Anschließend schob sie einen speziell dekorierten Einkaufswagen durch den Markt, der mit diversen Kleinigkeiten bestückt war. Diese sollten an die Kundschaft verkauft werden – eine leichte Aufgabe für eine erfahrene Profi-Verkäuferin wie Petermann. Mit ihrem charakteristischen Charme überzeugte sie die Kunden: „Wenn Sie mir jetzt diesen Einkaufsbeutel abnehmen, werden Sie sich immer an meinen letzten Arbeitstag erinnern“, sagte sie und fand damit stets bereitwillige Abnehmer.
Unübersehbar war die Templinerin an diesem Tag nicht nur wegen ihres festlichen Outfits. Ihr Ehemann Klaus Petermann hatte für die besondere Einkaufstour eine passende Musikplaylist zusammengestellt, zu der die Kollegen im Takt klatschten. Diese persönliche Note machte den Abschied zu einem emotionalen und fröhlichen Ereignis für alle Beteiligten.
Eine vertrauenswürdige Mitarbeiterin von Anfang an
Die Geschichte des Marktes begann am 28. November 1994 mit der Eröffnung des Vollsortimenters in der Vietmannsdorfer Straße, damals noch unter der Regie der Kette Kaisers und Tengelmann. „1999 erfolgte die Übernahme durch die Edeka Handelsgesellschaft Nord“, erinnerte sich Silke Krüger, die von Beginn an als Kassenleiterin in diesem Einkaufsmarkt tätig war. Als Edeka die Märkte nach dem Franchise-Modell umstrukturierte, entschied sich Krüger für die wirtschaftliche Selbstständigkeit und übernahm die Leitung des Marktes.
„Marlen kenne ich von Beginn an, also seit 1994“, so die Chefin. „Auf sie konnte man sich jederzeit verlassen.“ Sie lobte die Kompetenz und Einsatzbereitschaft von Marlen Petermann, die in allen Bereichen des Marktes gleichermaßen erfolgreich gearbeitet habe. Die letzten Arbeitstage seien schnell vergangen, und nun verabschiede man sie mit gemischten Gefühlen in den Ruhestand. „Natürlich wünschen wir ihr alles Gute. Aber wir sind auch ein bisschen traurig, dass sie geht“, gestand Krüger.
Beliebt bei Kollegen und Kunden gleichermaßen
Fast 32 Jahre lang war Sybille Peters Kollegin von Marlen Petermann. „Sie hat eine sehr liebenswürdige Art und einen trockenen Humor. Deshalb war sie nicht nur bei uns, sondern auch bei den Kunden beliebt“, erzählte sie. Diese Beliebtheit zeigte sich auch am Abschiedstag, als viele Kunden bereitwillig die eine oder andere Kleinigkeit aus dem rollenden „Kaufmannsladen“ erwarben.
Marlen Petermann selbst kam mit einem lachenden und einem weinenden Auge zur Arbeit. „Natürlich freue ich mich auf die Rente. Aber ich werde auch die Kollegen und die Kunden vermissen“, verriet sie. Den Beruf der Verkäuferin habe sie von der Pike auf gelernt, inspiriert von ihrer Mutter. „Ich habe es nicht bereut, mich für diesen Beruf entschieden zu haben“, betonte die Templinerin.
Ein Rückblick auf bewegte Zeiten
Mit dem Beginn eines neuen Lebensabschnitts blickte Marlen Petermann auch auf die vergangenen Jahrzehnte zurück. „Zu DDR-Zeiten war für uns Verkäuferinnen Mangel an bestimmten Produkten ein Thema. Nach der Wende gab es alles und trotzdem war nicht jeder zufrieden“, erinnerte sie sich. Ihr sei es immer wichtig gewesen, mit den Kunden auch ein paar persönliche Worte zu wechseln. „Besonders die älteren mochten das gern“, so die erfahrene Verkäuferin.
Derzeit gehören 38 Mitarbeiter zum Team des Edeka-Marktes, und für Marlen Petermann wird noch ein Nachfolger gesucht. Ihr Ruhestand beginnt nun mit neuen Plänen: In wenigen Tagen wird auch ihr Ehemann Klaus in den Ruhestand gehen. „Wir freuen uns schon darauf, mehr Zeit zu haben, um mit unserem Camper unterwegs zu sein. Nicht nur in Richtung Rügen, sondern auch auf längerer Strecke. Wir möchten nach Kroatien“, verriet das Ehepaar voller Vorfreude auf die kommenden gemeinsamen Abenteuer.



