Berlin – Millionen Urlauber können aufatmen: Die großen deutschen Reiseveranstalter wollen trotz steigender Kerosinpreise keine nachträglichen Aufpreise für bereits gebuchte Reisen verlangen. Das berichtet der „Tagesspiegel“. Tui, Alltours und Dertour stellen klar: Für bestehende Buchungen bleibt der Preis stabil. Rechtlich hätten die Anbieter durchaus Spielraum, denn bei steigenden Treibstoffkosten dürfen Reiseveranstalter unter bestimmten Voraussetzungen nachträglich die Preise erhöhen. Voraussetzung ist, dass entsprechende Klauseln im Vertrag stehen. Die Erhöhung muss sauber begründet und spätestens 20 Tage vor Abreise angekündigt werden. Liegt sie über acht Prozent, haben Kunden ein Sonderkündigungsrecht.
Neue Buchungen könnten teurer werden
Ganz ausgeschlossen sind steigende Preise dennoch nicht – zumindest für neue Buchungen. „Im Moment steigt der Kerosinpreis“, sagte der Chef der Rewe-Touristiktochter Dertour-Group, Christoph Debus. „Wenn dies auf dem Niveau bleibt, können wir Kostensteigerungen für zukünftige Buchungen nicht ausschließen.“ Wer noch nicht gebucht hat, könnte bald tiefer in die Tasche greifen müssen. Wichtig für Urlauber: Solche möglichen Preisänderungen betreffen vor allem klassische Pauschalreisen. Wer Flug und Hotel einzeln gebucht hat, ist davon in der Regel nicht betroffen.
Urlaub fällt nicht aus
Angst vor gestrichenen Flügen oder ausfallenden Reisen müssen Urlauber aktuell nicht haben. „Bei uns fällt nichts aus“, sagt Tui-Sprecher Aage Dünhaupt. Auch Alltours-Sprecher Jens Völmicke betont: „Wir gehen davon aus, dass unsere Gäste wie geplant ihren gebuchten Sommerurlaub genießen können.“ Dertour-Chef Christoph Debus sagte: „Für die Sommerferien und den Herbst rechnen wir derzeit mit einer insgesamt stabilen Kapazität.“ Sollten sich aufgrund von Kerosinmangel Änderungen im Flugplan ergeben, informiere man die Gäste umgehend und suche nach Flugalternativen.



