Verdi lehnt Einmalzahlungen als Tarifersatz im Handel ab - Fokus auf echte Lohnsteigerungen
Verdi lehnt Einmalzahlungen als Tarifersatz im Handel ab

Verdi lehnt Einmalzahlungen als Tarifersatz im Handel ab

In diesen Tagen beginnt die nächste Tarifrunde im Handel für rund 5,2 Millionen Beschäftigte. Die Gewerkschaft Verdi hat deutlich gemacht, dass sie sich nicht auf Einmalzahlungen statt echter Lohn- und Gehaltserhöhungen einlassen wird. Dies betrifft insbesondere die kürzlich von der Bundesregierung beschlossene Entlastungsprämie, bei der Arbeitgeber ihren Beschäftigten bis zu 1.000 Euro steuerfrei auszahlen können.

Gewerkschaft pocht auf tabellenwirksame Entgelterhöhungen

Verdi-Bundesvorstand Silke Zimmer bewertete die Maßnahme grundsätzlich positiv, wies jedoch auf Probleme hin. "Allerdings sei eine solche Möglichkeit schon während der Corona-Krise von den Händlern sehr unterschiedlich genutzt worden", erklärte Zimmer. Viele Arbeitgeber hätten die Prämie gar nicht oder nur in Form von Warengutscheinen ausgezahlt. Deshalb lehne die Gewerkschaft solche Einmalzahlungen anstelle von tabellenwirksamen Entgelterhöhungen ab.

Arbeitgeber kritisieren Entlastungsprämie

Kritik an der von der Bundesregierung beschlossenen Prämie kam auch vom Handel selbst. Stefan Genth, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Deutschland (HDE), teilte mit: "Denn die Bürgerentlastung aufgrund externer Faktoren ist eine rein staatliche Aufgabe und wird so einfach auf die Unternehmen abgewälzt, die aber ihrerseits ebenso unverschuldet massiv von den Kostensteigerungen betroffen sind, beispielsweise für Energie."

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Tarifverhandlungen in mehreren Bundesländern

Die Tarifverhandlungen im Groß- und Außenhandel sowie im Einzelhandel beginnen in diesen Tagen in mehreren Bundesländern, darunter in Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Hamburg oder Bayern. Verdi fordert für die Beschäftigten unter anderem sieben Prozent mehr Geld und eine Laufzeit von zwölf Monaten. Die Forderungen unterscheiden sich jedoch in den einzelnen Bundesländern.

Verhandlungstermine im April

Die ersten Verhandlungstermine sind im April in folgenden Landesbezirken geplant:

  • 17. April - Nordrhein-Westfalen, 1. Runde
  • 17. April - Baden-Württemberg, 1. Runde
  • 20. April - Hamburg, 1. Runde
  • 27. April - Rheinland Rheinhessen, 1. Runde
  • 29. April - Bayern, 1. Runde
  • 29. April - Berlin/Brandenburg, 1. Runde
  • 29. April - Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein, 1. Runde
  • 30. April - Sachsen/Sachsen-Anhalt/Thüringen, 1. Runde

Die Gewerkschaft betont, dass die Verhandlungen entscheidend für die langfristige finanzielle Sicherheit der Beschäftigten sind. Sie setzt sich dafür ein, dass die Lohnsteigerungen nachhaltig und nicht durch kurzfristige Einmalzahlungen ersetzt werden. Die Arbeitgeber hingegen sehen sich mit eigenen wirtschaftlichen Herausforderungen konfrontiert, die in den Gesprächen berücksichtigt werden müssen.

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