Bahn versteigert verwinkeltes Grundstück in Lychen zu Niedrigpreis
Die Deutsche Bahn bringt ein ungewöhnliches Grundstück in Lychen unter den Hammer. Das 3.741 Quadratmeter große Areal, das mit Wiesen und Sträuchern bewachsen ist und teilweise hinter Wohngebäuden versteckt liegt, wird am 19. März 2026 in Berlin versteigert. Das Startgebot liegt bei nur 35.500 Euro – was einem Quadratmeterpreis von unter 10 Euro entspricht.
Zweiter Anlauf für die Versteigerung
Bereits zum zweiten Mal versucht das Immobilienauktionshaus Deutschland, das Grundstück zu veräußern. Auktionator Matthias Knake erklärt: „Ein ursprünglicher Interessent ist vom Kauf zurückgetreten.“ Das Areal wird als „unbebautes Grundstück mit Potential“ beworben, doch der niedrige Preis hat handfeste Gründe.
Besondere rechtliche Rahmenbedingungen
Obwohl das Grundstück laut Flächennutzungsplan der Stadt Lychen im Wohngebiet liegt, kann es nicht sofort mit Wohnhäusern bebaut werden. Als ehemaliges Bahn-Areal unterliegt es besonderen Bestimmungen:
- Die Planungshoheit liegt derzeit im Eisenbahnrecht, wobei hier noch Unklarheiten bestehen
- Ein künftiger Eigentümer muss möglicherweise eine Freistellung nach dem Eisenbahngesetz beantragen
- Allein für diesen Antrag würden Kosten von mindestens 2.000 Euro anfallen
- Parallel muss bei der Kommune die Erschließung zum Bauland beantragt werden
- Erst wenn sowohl Bahn als auch Kommune zustimmen, dürfen Wohnhäuser errichtet werden
Technische Einschränkungen und Verpflichtungen
Neben den rechtlichen Hürden gibt es weitere praktische Einschränkungen, die potenzielle Käufer beachten müssen:
- Unter Teilen des Grundstücks verläuft eine Trinkwasserleitung, die erhalten bleiben muss
- Bei Bauarbeiten darf diese Leitung nicht beschädigt oder zugebaut werden
- Die Wartung und Reparatur der Leitung muss jederzeit möglich sein
- Der Zugang zu einem Strom-Häuschen auf dem Grundstück muss gewährleistet bleiben
- Gebäudereste und Anlagen der Bahn müssen vom neuen Eigentümer zurückgebaut und entsorgt werden
Attraktiver Preis trotz Herausforderungen
Mit rund 9,50 Euro pro Quadratmeter liegt der Angebotspreis deutlich unter dem örtlichen Bodenrichtwert. In der nahegelegenen Zehdenicker Straße werden für Wohnbauflächen etwa 50 Euro pro Quadratmeter angesetzt. Diese Preisdifferenz könnte das Grundstück trotz aller Hürden für bestimmte Investoren interessant machen, die bereit sind, sich mit den besonderen Rahmenbedingungen auseinanderzusetzen.
Die Versteigerung findet am 19. März 2026 um 11 Uhr in Berlin statt. Interessenten sollten sich im Vorfeld genau über die rechtlichen und technischen Besonderheiten des Grundstücks informieren, bevor sie ein Gebot abgeben.



