Bundesbauministerin Hubertz startet Förderprogramm: 300 Mio. Euro für Umbau von Büros zu Wohnungen
Förderprogramm: 300 Mio. Euro für Büro-zu-Wohnung-Umbau

Bundesregierung startet 300-Millionen-Euro-Programm gegen Wohnungsnot

Bundesbauministerin Verena Hubertz (SPD) hat ein umfangreiches Förderprogramm für Investoren vorgestellt, das leerstehende Büro- und Gewerbeimmobilien in dringend benötigten Wohnraum verwandeln soll. Die Bundesregierung stellt dafür 300 Millionen Euro aus dem Sondervermögen bereit – ein klares Signal im Kampf gegen die Wohnungskrise.

Konkrete Förderbedingungen ab 1. Juli

Das Programm mit dem Namen „Gewerbe zu Wohnen“ startet offiziell am 1. Juli 2026. Interessierte Investoren können die Fördermittel bereits vor Baubeginn beantragen. Die Details werden am Donnerstag im Bundesgesetzblatt veröffentlicht. Pro neu geschaffener Wohnung stehen bis zu 30.000 Euro Zuschuss zur Verfügung, die nicht zurückgezahlt werden müssen. Für einzelne Unternehmen gilt eine Deckelung von maximal 300.000 Euro Gesamtförderung.

Alle Investoren sind antragsberechtigt, betont das Bauministerium. Dies schließt auch Privatpersonen ein, die die umgebauten Wohnungen anschließend selbst nutzen möchten. Gefördert wird ausschließlich der Umbau von Gebäuden oder Gebäudeteilen, die zum Zeitpunkt der Antragstellung nicht zu Wohnzwecken genutzt werden.

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Doppelte Wirkung: Wohnraum schaffen und Klimaziele erreichen

Das Förderprogramm verfolgt eine doppelte Strategie: Neben der Schaffung von dringend benötigtem Wohnraum zielt es auf klimagerechte Sanierung ab. Der Zuschuss ist mit der Auflage verbunden, dass die Gebäude mindestens auf das energetische Niveau „Effizienzhaus 85 Erneuerbare Energien“ (EH 85 EE) saniert werden. Ausnahmen gelten lediglich für Baudenkmale und besonders erhaltenswerte Bausubstanz.

Bundesbauministerin Verena Hubertz erklärt dazu: „Leerstand in Zeiten von Wohnraummangel ist ein absolutes No-Go. Indem wir leer stehende Gewerbeimmobilien zu neuem Leben erwecken, schaffen wir nicht nur Wohnraum. Wir stärken auch die Attraktivität unserer Innenstädte und damit die Lebensqualität der Menschen.“

Dramatische Zahlen belegen Handlungsbedarf

Die Notwendigkeit des Programms wird durch aktuelle Zahlen eindrucksvoll belegt. Das Pestel-Institut mit Sitz in Hannover hat festgestellt, dass bundesweit etwa 1,4 Millionen Wohnungen fehlen – ein Rekordhoch. Gleichzeitig stehen in deutschen Metropolen Millionen Quadratmeter Gewerbefläche leer.

Der Zentrale Immobilien Ausschuss (ZIA) bestätigt auf Anfrage, dass die Büro-Leerstandsquote in allen deutschen Großstädten seit 2020/2021 kontinuierlich gestiegen ist. Experten führen dies unter anderem auf den anhaltenden Trend zum Homeoffice zurück.

Leerstand in Metropolen erreicht alarmierende Dimensionen

Die Dimensionen des Leerstands sind beeindruckend:

  • In München, dem Spitzenreiter unter den Großstädten, stehen laut dem Bürobuchungs-Softwareunternehmen „anny“ etwa 1,87 Millionen Quadratmeter Bürofläche leer.
  • Berlin folgt auf Platz 2 mit 1,82 Millionen Quadratmetern ungenutzter Bürofläche.
  • Frankfurt am Main verzeichnet rund 1,73 Millionen Quadratmeter Leerstand.

In den 15 größten deutschen Städten zusammengenommen stehen mehr als 10 Millionen Quadratmeter Gewerbeimmobilien leer – eine gewaltige Fläche, die durch das neue Förderprogramm nun aktiviert werden soll.

Mindestanforderung: Eine neue Wohnung muss entstehen

Das Ministerium präzisiert die Förderbedingungen: Gefördert wird der Umbau von „zum Zeitpunkt der Antragstellung nicht zu Wohnzwecken genutzten beheizten Gebäuden oder nicht zu Wohnzwecken genutzten beheizten Teilen von Gebäuden zu Wohnraum“. Dabei muss mindestens eine neue Wohnung entstehen. Diese klare Definition soll sicherstellen, dass tatsächlich zusätzlicher Wohnraum geschaffen wird und nicht lediglich bestehende Flächen umgewidmet werden.

Das Förderprogramm stellt damit einen wichtigen Baustein in der Strategie der Bundesregierung dar, die Wohnungsnot zu bekämpfen und gleichzeitig leerstehende Immobilien einer sinnvollen Nutzung zuzuführen. Die Kombination aus finanziellen Anreizen für Investoren und klaren energetischen Standards könnte zum Vorbild für weitere Maßnahmen im Bereich der Stadtentwicklung werden.

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