Großprojekt in Gadebusch gescheitert: Areal wird im Insolvenzverfahren veräußert
Gadebusch: Einkaufsprojekt gescheitert, Areal wird verkauft

Einkaufszentrum-Pläne in Gadebusch endgültig gescheitert

Für das Areal in der Gadebuscher Innenstadt gab es einst ambitionierte Pläne, die nun endgültig der Vergangenheit angehören. Das Großprojekt, das ein modernes Einkaufszentrum vorsah, ist gescheitert und hat bereits konkrete Auswirkungen auf die lokale Geschäftswelt.

Mieter mussten kurzfristig umziehen

Die ursprünglichen Pläne sahen im ersten Bauabschnitt einen Neubau zwischen der Ernstings Family-Filiale und dem ehemaligen Markant-Markt in der Johann-Stelling-Straße vor. Als Mieter waren die Volksbank Raiffeisenbank sowie das Schuhgeschäft Stinshoff vorgesehen. In einem zweiten Schritt sollte das Gebäude des ehemaligen Markant-Marktes abgerissen werden, um Platz für einen modernen Neubau zu schaffen.

Doch diese Visionen haben sich zerschlagen. Den Mietern wurde inzwischen gekündigt, und sie mussten sich neue Räumlichkeiten suchen. Das Schuhgeschäft Stinshoff von Thorsten Schwartz ist bereits in die Lübsche Straße umgezogen. Der Imbiss-Inhaber Can Pulat und Vertriebsleiterin Katja Mau mit ihrem HandyStore setzen vorübergehend auf mobile Alternativen wie Verkaufswagen und Werbetrucks, um ihre Kunden weiterhin bedienen zu können.

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Projektentwickler ist insolvent

Der Grund für das Scheitern des Projekts liegt in der Insolvenz des Projektentwicklers. Die Gesellschaft selbst stellte den Antrag auf ein Insolvenzverfahren. Der vorläufige Insolvenzverwalter aus Hannover bestätigt, dass die Gesellschaft noch immer den Grundbesitz in Gadebusch hält, auf dem das Einkaufszentrum errichtet werden sollte.

„Aus hiesiger Sicht ist derzeit beabsichtigt, den zum Vermögen der Gesellschaft gehörenden Grundbesitz im Rahmen des Insolvenzverfahrens zu veräußern“, heißt es vom Insolvenzverwalter. Das Ziel sei es, einen Erwerber zu finden, der ein tragfähiges Entwicklungskonzept mitbringt – entweder in Anknüpfung an die bisherigen Pläne oder mit neuen städtebaulichen Vorstellungen.

Zukunft des Areals noch ungewiss

Was mit dem Gebäude des ehemaligen Markant-Marktes geschieht, bleibt vorerst unklar. Der Insolvenzverwalter betont, dass insbesondere lokale Marktteilnehmer angesprochen werden sollen, um die Interessen der Stadt, potenzieller Mieter und Nutzer bestmöglich zu harmonisieren.

Gleichzeitig wird jedoch deutlich gemacht, dass verlässliche Aussagen über die konkrete Ausgestaltung, Tiefe und den zeitlichen Rahmen einer Weiterentwicklung des Objekts zum jetzigen Zeitpunkt nicht möglich sind. Die weitere Entwicklung hänge maßgeblich von der Marktnachfrage ab.

Kik-Filiale ebenfalls betroffen

Unklar ist auch die Zukunft der ehemaligen Kik-Filiale, die ebenfalls im Gebäude des ehemaligen Markant-Marktes untergebracht war und schließen musste. Das Mode-Unternehmen verweist auf ein Pressestatement, aus dem hervorgeht, dass Kik deutschlandweit etwa 150 Filialen nicht weiterführen wird, während gleichzeitig rund 15 neue Standorte in Deutschland eröffnet werden sollen. Zu einzelnen Standorten könne jedoch keine Auskunft gegeben werden.

Die Stadt Gadebusch steht somit vor der Herausforderung, für das zentral gelegene Areal eine neue Perspektive zu finden, während die betroffenen Geschäfte bereits mit den Folgen des gescheiterten Projekts zu kämpfen haben.

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