Immobilienpreise und Mieten steigen 2026 weiter an – Experten warnen vor Wohnraumknappheit
Immobilienpreise und Mieten steigen 2026 weiter

Immobilienpreise und Mieten ziehen 2026 weiter an – Experten warnen vor anhaltender Wohnraumknappheit

Die Immobilienpreise in Deutschland haben sich im vergangenen Jahr deutlich verteuert, und eine Besserung ist nicht in Sicht. Banken und Immobilienforscher rechnen mit weiter steigenden Kosten für Käufer und Mieter im Jahr 2026. Neue Zahlen des Verbands deutscher Pfandbriefbanken (VDP) zeigen, dass Wohnimmobilien im Schnitt um 4,2 Prozent teurer wurden – das ist doppelt so stark wie im Vorjahr.

Hohe Nachfrage und knappes Angebot treiben Preise

Wer in Deutschland eine Wohnung oder ein Haus kaufen möchte, findet kaum Schnäppchen. Der andauernde Mangel an Wohnraum dürfte die Preise auch in diesem Jahr weiter steigen lassen, wie VDP-Hauptgeschäftsführer Jens Tolckmitt betont. „Eine der politischen Prioritäten im Jahr 2026 muss die Schaffung von Wohnraum zu bezahlbaren Preisen sein“, forderte er. Die Bundesregierung habe mit dem „Bau-Turbo“ einen zielführenden Impuls gesetzt, doch aus seiner Sicht könnten staatliche Bürgschaften im Wohnungsneubau zusätzlichen Wohnraum schaffen.

Besonders starke Preisanstiege bei Mehrfamilienhäusern

Besonders deutlich fiel der Preisanstieg bei Mehrfamilienhäusern aus, die Ende 2025 rund 5,3 Prozent teurer waren als ein Jahr zuvor. Selbst genutztes Wohneigentum, zu dem Einfamilienhäuser und Eigentumswohnungen zählen, verteuerte sich um 3,0 Prozent. Der VDP, der die wichtigsten Immobilienfinanzierer in Deutschland vertritt – darunter große Sparkassen, Landesbanken und Privatbanken wie Deutsche Bank und Commerzbank – legt seit 2010 regelmäßig belastbare Immobilienzahlen vor, die auf echten Transaktionen von mehr als 700 Banken basieren.

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Metropolen sind besonders betroffen

Einmal mehr steigen die Immobilienpreise in den Metropolen überdurchschnittlich: In Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Köln, München und Stuttgart verteuerten sich Wohnimmobilien um 4,7 Prozent im Vergleich zu Ende 2024. In Stuttgart stiegen die Preise mit 2,2 Prozent am geringsten, in Frankfurt mit 5,7 Prozent am stärksten. Diese Zahlen zeigen, dass die Krise am Immobilienmarkt vorbei ist. Nach jahrelangem Boom und einer Phase der Verbilligung im Jahr 2023 aufgrund gestiegener Zinsen haben sich Käufer und Hausbauer an höhere Finanzierungskosten gewöhnt.

Deutliche Mietanstiege für 2026 prognostiziert

Da der Wohnungsbau in Deutschland seit Jahren stockt, ist der Druck auf die Mieten groß: Ende des vierten Quartals lagen sie laut VDP im Bundesschnitt 3,5 Prozent höher als ein Jahr zuvor. Das Beratungsinstitut Empirica rechnet mit einem weiteren Anstieg. Um die Kosten zu decken, müssten die Neubaumieten in westdeutschen Großstädten rund 20 Euro pro Quadratmeter betragen. Auch die Bestandsmieten, die im Bundesschnitt bei 10,60 Euro je Quadratmeter lagen, dürften 2026 um drei bis vier Prozent anziehen.

„Angesichts von 20 Euro Neubaumieten werden die Angebotsmieten für Bestandswohnungen in westdeutschen Großstädten auf 15 bis 16 Euro pro Quadratmeter steigen, in mittleren Städten von 13 bis 14 Euro“, sagte Empirica-Vorstand Harald Simons. Während diese Werte in den Metropolen bereits weitgehend erreicht seien, stünden in vielen Mittelstädten noch spürbare Erhöhungen bevor.

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