Wohneigentum in Rostock bleibt für viele unerreichbar
Für zahlreiche Bürgerinnen und Bürger in Deutschland stellt das Leben in den eigenen vier Wänden einen unerfüllten Wunsch dar – besonders ausgeprägt ist diese Situation in der Hansestadt Rostock. Eine aktuelle Untersuchung des renommierten Pestel-Instituts im Auftrag des Bundesverbandes Deutscher Baustoff-Fachhandel (BDB) offenbart alarmierende Zahlen zum Wohnungsmarkt in der norddeutschen Metropole.
Studie zeigt deutliche Diskrepanz zum Bundesdurchschnitt
Laut der jetzt vorgestellten Studie leben in Rostock lediglich 15,7 Prozent der Menschen im selbstgenutzten Eigentum. Das entspricht rund 33.000 Personen von insgesamt 210.000 Einwohnern. Im Vergleich dazu liegt der bundesweite Durchschnitt bei beachtlichen 43,5 Prozent, was die besondere Situation in Rostock deutlich unterstreicht. Insgesamt gibt es in der Stadt etwa 19.700 selbst genutzte Wohnungen und Häuser, wovon ungefähr 36 Prozent auf Eigentumswohnungen entfallen.
Junge Generation besonders betroffen
Besonders dramatisch stellt sich die Lage für die Altersgruppe der 25- bis 40-Jährigen dar. In Rostock leben etwa 44.500 Menschen dieser Generation, die sich immer seltener den Traum vom Wohneigentum erfüllen können. Matthias Günther, der Leiter des Pestel-Instituts, erklärt dazu: „Die eigenen vier Wände stehen zwar weit oben auf der Wunschliste, doch Jobstarter und Familiengründer haben es schwer.“ Diese Gruppe gehöre eigentlich zur typischen Klientel für Wohnungskauf und Hausbau, sei aber zur Verlierer-Generation beim Wohneigentum geworden.
Verband fordert politische Maßnahmen
Der Bundesverband Deutscher Baustoff-Fachhandel (BDB) schlägt angesichts der Ergebnisse Alarm und kritisiert das Fehlen staatlicher Unterstützung. Katharina Metzger, die Präsidentin des Verbandes, äußert sich deutlich: „Der Bund hat zuletzt die Eigenheimzulage und dann das Baukindergeld abgeschafft – und damit die effektive Förderung von Wohneigentum faktisch eingestellt.“ Sie fordert die Bundesregierung auf, schnellstmöglich ein neues Förderprogramm für Wohneigentum auf den Weg zu bringen, das auch Durchschnittsverdienern in Rostock eine reelle Chance auf die eigenen vier Wände ermöglicht.
Hintergrund zum Pestel-Institut
Das Pestel-Institut ist eine unabhängige Forschungseinrichtung mit Sitz in Hannover, die im Jahr 1975 gegründet wurde. Benannt ist es nach dem CDU-Politiker Eduard Pestel (1914-1988), dessen Name für fundierte wissenschaftliche Arbeit steht. Die aktuelle Studie unterstreicht einmal mehr die Bedeutung unabhängiger Forschung für die Analyse gesellschaftlicher Entwicklungen im Wohnungssektor.



