Tragischer Absturz vor 67 Jahren: Das Ende des DDR-Düsenjets Baade 152
Absturz des DDR-Düsenjets Baade 152 vor 67 Jahren (09.03.2026)

Tragischer Absturz vor 67 Jahren: Das Ende des DDR-Düsenjets Baade 152

Die Deutsche Demokratische Republik hatte große Ambitionen in der Luftfahrtindustrie. Mit der Entwicklung der „Baade 152“ sollte ein eigenes Passagierstrahlflugzeug geschaffen werden, das die Grundlage für eine unabhängige Luftfahrtproduktion legen würde. Doch diese Hoffnungen zerschlugen sich am 4. März 1959 in einer verheerenden Katastrophe.

Der verhängnisvolle Testflug bei Dresden

An jenem Märztag stiegen vier erfahrene Männer in das Flugzeug ein: Die Piloten Kurt Bemme und Willi Lehmann sowie die Ingenieure Paul Heerling und Georg Eismann. Ihr Auftrag war ein weiterer Testflug des vielversprechenden Jets. Nach dem Start in Dresden verlief zunächst alles planmäßig.

Doch 55 Minuten später, als die Maschine zum Sinkflug über Ottendorf-Okrilla bei Dresden ansetzte, geschah das Unfassbare. Der Düsenjet stürzte ab und riss die gesamte vierköpfige Besatzung in den Tod. Dieser Moment markierte nicht nur eine menschliche Tragödie, sondern auch das beginnende Ende der DDR-Luftfahrtambitionen.

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Technische Daten und historischer Kontext

Die Baade 152 war ein technologisches Meisterwerk ihrer Zeit:

  • Länge: etwa 31 Meter
  • Geschwindigkeit: bis zu 800 km/h
  • Reichweite: 2.000 Kilometer
  • Passagierkapazität: 48 bis 73 Personen je nach Modell

Entwickelt wurde das Flugzeug unter der Leitung von Brunolf Baade, einem erfahrenen Konstrukteur, der bereits während des Dritten Reichs in den Dessauer Junkerswerken Kriegsflugzeuge entwickelt hatte. Nach dem Krieg wurde er zum General-Konstrukteur ernannt und sollte eine ostdeutsche Flugzeugindustrie aufbauen.

Die politische Unterstützung kam von höchster Stelle: Parteichef Walter Ulbricht organisierte die notwendigen Mittel, die größtenteils aus der Sowjetunion flossen, und erteilte den Bauauftrag für die 152. Baade wurde zum Kandidaten des Zentralkomitees der SED ernannt, was die immense Bedeutung des Projekts unterstrich.

Die Vorgeschichte des Projekts

Der Weg zur Baade 152 war von Verzögerungen geprägt. Ursprünglich war der Jungfernflug des Prototyps bereits für 1956 geplant. Tatsächlich konnte die Maschine jedoch erst im Dezember 1958 erstmals abheben. Dieser erfolgreiche Start löste bei den Flugzeugbauern im VEB Flugzeugbau Dresden-Klotzsche große Erleichterung und Freude aus.

Die Hoffnungen waren berechtigt: Hier schien sich der Traum von einer eigenständigen DDR-Luftfahrtindustrie zu erfüllen. Die Baade 152 war nicht nur das erste deutsche Passagierstrahlflugzeug, sondern auch ein Symbol für technologischen Fortschritt und wirtschaftliche Unabhängigkeit.

Ursachenforschung und Folgen des Unglücks

Die genauen Ursachen des Absturzes konnten laut der Bundesarchiv-Schriftenreihe „DDR im Blick“ nie vollständig geklärt werden. Allerdings gibt es mehrere wahrscheinliche Faktoren, die zum Unglück beigetragen haben:

  1. Die Unerfahrenheit der Piloten im speziellen Schaufliegen dieses Jet-Typs
  2. Eine mögliche Beschädigung des Tanks während des Sinkfluges
  3. Ein zu spät erfolgter Schub durch die Turbinen

Nach dem tragischen Unfall fanden 1960 noch zwei weitere Versuchsflüge mit „152“-Maschinen statt. Diese sollten die letzten ihrer Art sein. Die Sowjetunion, die zuvor die Entwicklung unterstützt hatte, konzentrierte sich mittlerweile auf den Bau eigener Flugzeuge und zog ihre Unterstützung zurück.

1961 wurde die Produktion der Baade 152 endgültig eingestellt. Damit war auch das Ende der eigenständigen DDR-Luftfahrtindustrie besiegelt. Ein ambitioniertes Projekt, das mit großen Hoffnungen begonnen hatte, fand ein jähes und tragisches Ende.

Erinnerung und Gedenken

Auf dem Neuen Friedhof Klotzsche im gleichnamigen Dresdner Stadtteil erinnert heute ein Ehrengrab an die vier Männer, die ihr Leben im Namen des technischen Fortschritts verloren. Ihr Opfer steht symbolisch für die gescheiterten Ambitionen der DDR-Luftfahrtindustrie und die menschlichen Kosten technologischer Entwicklungen.

Die Geschichte der Baade 152 bleibt ein wichtiges Kapitel der deutschen Luftfahrtgeschichte – eine Geschichte von Innovation, Hoffnung und tragischem Scheitern, die bis heute nachwirkt.

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