Handwerksmesse in München: Zehn Handwerker teilen ihre Leidenschaft und Herausforderungen
Die Internationale Handwerksmesse (IHM) in München hat eindrucksvoll demonstriert, dass das Handwerk eine unverzichtbare Säule der deutschen Wirtschaft und Kultur darstellt. Mit 800 Ausstellern aus etwa 40 Ländern und rund 86.000 Besuchern wurde die enorme Vielfalt und Leidenschaft der Branche präsentiert. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) betonte bei seinem Messebesuch am 6. März 2026 die Bedeutung des Handwerks als verlässliche Konstante in herausfordernden Zeiten.
Die Stimmen der Handwerker: Von Leidenschaft bis zu Herausforderungen
Zehn Handwerker aus verschiedenen Gewerken gaben Einblicke in ihren Berufsalltag und ihre Motivation. Tzu-Ling Chuang (29), Silberschmiedin aus München, betonte: „Ich wollte immer Handwerkerin werden. Wir investieren viel Zeit in individuelle Schmuckstücke und wünschen uns mehr Wertschätzung für diese Arbeit.“ Simon Ettenhuber (23), Steinmetz aus Landshut, freut sich über seine Berufswahl: „Die Arbeitsatmosphäre ist entspannt und ich habe einen Beruf mit Zukunft gewählt.“
Lotte Tolu (19), Holzbildhauerin aus Garmisch-Partenkirchen, erklärte begeistert: „Ich habe meinen Traumjob gefunden, den ich mein Leben lang machen möchte.“ Thomas Prinz (56), Heizungsbauermeister aus Waltershausen, wies auf bürokratische Hürden hin: „Viele Kollegen haben aufgehört, weil man mit der heutigen Bürokratie als Heizungsbetrieb kaum überleben kann.“ Sein Unternehmen setzt daher vermehrt auf innovative Sandspeicher und Produktion.
Nachwuchssorgen und Zukunftsaussichten
Florian Stauber (48), Maurermeister aus Nürnberg, beobachtet unterschiedliche Entwicklungen: „Betrieben mit Großbaustellen geht es gut, während sich bei Einfamilienhaus-Spezialisten die Lage angespannt hat.“ Julian Clauß (23), Steinmetzmeister, bestätigte volle Auftragsbücher, aber: „Der Nachwuchs fehlt, das könnte langfristig zum Problem werden.“
Nemanja Gostic (18), Bäcker-Azubi aus Nürnberg, liebt seinen Beruf: „Ich kann vielen Menschen jeden Morgen ein Lächeln ins Gesicht zaubern.“ Stipe Masic (22), Kfz-Mechatroniker-Azubi aus München, sieht seine Zukunft gesichert: „KI kann diesen Beruf nicht ersetzen, und Innovationen machen ihn abwechslungsreich.“
Isabellé Rother (18), Schornsteinfegerin-Azubi aus Ingolstadt, betonte die anhaltende Relevanz: „Wir werden nicht aussterben, weil Menschen immer mit Holz heizen werden.“ Max Kiener (39), Zimmerer aus Emmering, bemerkte eine positive Trendwende: „Wir bekommen inzwischen wieder leichter Nachwuchs, weil junge Menschen die Vorzüge des Handwerks entdecken.“
Insgesamt zeigt die Messe, dass die 5,6 Millionen Handwerker in Deutschland trotz Herausforderungen wie Bürokratie und Nachwuchssorgen mit Leidenschaft und Innovationskraft ihren Beitrag zur Wirtschaft und Gesellschaft leisten. Die Branche bleibt ein wichtiger Kulturträger und Wirtschaftsfaktor, der kontinuierlich Anpassungen und Wertschätzung benötigt.



