Made-for-Germany-Initiative warnt vor EU-Gipfel: Europa verliert im globalen Wettbewerb
Made-for-Germany-Initiative warnt vor EU-Gipfel

Made-for-Germany-Initiative warnt vor EU-Gipfel: Europa verliert im globalen Wettbewerb

Kurz vor dem informellen EU-Gipfel zur Wettbewerbsfähigkeit am Donnerstag richtet die Wirtschaftsinitiative „Made for Germany“ einen dringenden Appell an die europäischen Staats- und Regierungschefs. Das Bündnis, hinter dem 123 Unternehmen und Investoren stehen, warnt vor einem Rückfall Europas im globalen Wettbewerb und fordert tiefgreifende Reformen sowie einen massiven Bürokratieabbau.

Industrielle Basis unter immensem Druck

Die industrielle Basis Europas stehe unter immensem Druck, betont die Initiative in ihrem Schreiben vor dem EU-Treffen. Europa treffe auf Staaten wie China, die gezielt industriepolitisch steuerten, deregulierten und Schlüsseltechnologien schnell groß machten. „Viele europäische Unternehmen verlieren täglich an Wettbewerbsfähigkeit“, schreibt das Bündnis und mahnt einen Kurswechsel an.

Wachstum müsse oberste Priorität werden, um europäische Souveränität zu sichern. Statt Überregulierung brauche Europa eine Fokussierung auf technologische Wettbewerbsfähigkeit und wirtschaftliche Expansion. Die Initiative, die auf einen Anstoß von Siemens und Deutsche Bank zurückgeht, fordert konkrete Maßnahmen.

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Klare Forderungen an die Politik

  • Regulierungs- und Bürokratieabbau als zentrales politisches Ziel verankern
  • Stärkung des Kapitalmarkts für mehr Investitionskraft
  • Zügige Umsetzung der Freihandelsabkommen mit Indien und den Mercosur-Staaten in Südamerika

Siemens-Chef Roland Busch unterstreicht die Dringlichkeit: „Europa fällt im globalen Wettbewerb zurück. Wir müssen die kritischen Technologien beherrschen, die Industrie, Energieversorgung und Sicherheit tragen.“ Er verweist auf Europas Stärken: eine robuste industrielle Basis, erstklassige Talente und tiefes technologisches Know-how.

Investoren warten auf Reformen

Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing kritisiert, dass Europa unter seinen Möglichkeiten spiele. Investoren sähen erhebliches Aufholpotenzial. „Das Interesse, wieder in Europa zu investieren, ist bereits groß, und es wird noch deutlich größer, wenn wir jetzt die richtigen Weichen stellen“, so Sewing.

Die Initiative „Made for Germany“ hatte sich im vergangenen Sommer gegründet und in Aussicht gestellt, rund 735 Milliarden Euro am Standort Deutschland zu investieren – verbunden mit der Forderung nach mehr Reformen für die lahmende Wirtschaft. Wie viel von dieser Milliardensumme genau auf Neuinvestitionen entfällt, bleibt jedoch unklar. Die Unternehmen betonen, dass konkrete politische Schritte nötig sind, um das Investitionsklima nachhaltig zu verbessern und Europas Position im globalen Wettstreit zu stärken.

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