Gesamtmetall warnt: Bis zu 150.000 Jobs in Metall- und Elektroindustrie 2026 gefährdet
Metallindustrie: Bis zu 150.000 Jobs 2026 gefährdet

Metallindustrie in historischer Krise: Bis zu 150.000 Arbeitsplätze stehen 2026 auf der Kippe

Die deutsche Metall- und Elektroindustrie steckt nach Angaben des Arbeitgeberverbands Gesamtmetall in der tiefsten Krise seit Gründung der Bundesrepublik. Für das laufende Jahr rechnet der Verband mit einem dramatischen Verlust von bis zu 150.000 Arbeitsplätzen. "Wir sind mitten in einer Deindustrialisierung und die Aussichten sind sehr düster", warnt Gesamtmetall-Hauptgeschäftsführer Oliver Zander in einem aktuellen Interview mit den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.

Hohe Kosten und überbordende Bürokratie als Hauptursachen

Als treibende Faktoren für die prekäre Lage macht Zander vor allem die hohen Standortkosten in Deutschland aus. "Wir haben in Deutschland zu hohe Energiekosten, zu hohe Unternehmenssteuern, zu hohe Sozialabgaben und zu viel Bürokratie", kritisiert der Verbandsgeschäftsführer. Besonders beim Bürokratieabbau fehle es an Systematik. Zander zieht einen drastischen Vergleich: "Wir sind in der Tierseuchenbekämpfung systematischer als beim Bürokratieabbau." Seiner Ansicht nach müsse auch Personal in öffentlichen Verwaltungen abgebaut werden, da zu viele Beschäftigte die Haushalte belasteten.

Langfristiger Abwärtstrend trotz kurzfristiger Rüstungsaufträge

Die Bilanz der Branche ist verheerend: Seit 2018 sind bereits 270.000 Arbeitsplätze verloren gegangen, die Beschäftigtenzahl sank im vergangenen Monat erstmals seit 2015 unter die Marke von 3,8 Millionen. Zwar sorgten mehrere Großaufträge aus dem Verteidigungssektor im letzten Quartal 2025 für ein kurzfristiges Auftragsplus. Doch bereinigt um diese meist staatlich finanzierten Rüstungsaufträge befinde sich die Auftragslage nach wie vor im Keller. Staatliche Aufträge können die strukturellen Probleme somit nur vorübergehend mildern.

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Appell an die Bundesregierung

Bereits Ende 2025 hatte Zander vor dem drohenden Arbeitsplatzabbau gewarnt und die Bundesregierung aufgefordert, sich für einen Abbau der EU-Bürokratie einzusetzen. Dieser Appell bleibt aktuell: Ohne grundlegende Reformen bei Energiekosten, Steuern und Verwaltungsaufwand droht der deutschen Metall- und Elektroindustrie ein historischer Einbruch mit weitreichenden Folgen für den gesamten Industriestandort Deutschland.

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