Ministerpräsident Schulze fordert EU-Hilfe für Chemieindustrie wegen Energiekosten
Schulze: EU muss bei Klimaregeln für Chemieindustrie handeln

Ministerpräsident Schulze fordert dringende EU-Hilfe für Chemieindustrie

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) hat eindringlich vor den gravierenden Folgen hoher Energiekosten für die Chemieindustrie gewarnt und schnelle Entlastungen bei europäischen Klimaregeln gefordert. In einem Interview mit RTL/ntv betonte der CDU-Politiker die Dringlichkeit des Handelns auf EU-Ebene, insbesondere beim Handel mit CO2-Zertifikaten.

Energiekosten als existenzielle Bedrohung

„Gerade energieintensive Branchen wie die Chemieindustrie stehen derzeit unter enormem Druck“, erklärte Schulze in der Sendung „Frühstart“. Der Ministerpräsident verwies dabei konkret auf die Situation in seinem Bundesland: „Wir verfügen über exzellente Produkte, können aber aktuell nicht zu wettbewerbsfähigen Preisen produzieren, weil die Energiekosten einfach zu hoch sind.“

Aus Sicht des CDU-Politikers müssen dringend die Nebenkosten für die Industrie gesenkt werden. „Ich sage ganz klar: Das Thema CO2-Zertifikate muss jetzt mit Priorität angegangen werden“, forderte Schulze. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) habe dieses Problem bereits angesprochen, nun sei die Europäische Union am Zug.

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Appell an Brüssel: Sofortiges Handeln gefordert

„Hier muss Brüssel jetzt unverzüglich handeln“, mahnte der Ministerpräsident. „Wir benötigen dringend eine spürbare Entlastung für unsere deutsche und europäische Industrie.“ Schulze verwies auf den intensiven globalen Wettbewerb, in dem Deutschland und Europa stehen. „Wenn wir diese Herausforderung nicht bewältigen, werden wir diesen Wettbewerb verlieren“, warnte er mit Nachdruck.

Chemiebranche als wirtschaftlicher Rückgrat Sachsen-Anhalts

Die Chemieindustrie hat in Sachsen-Anhalt eine besondere wirtschaftliche Bedeutung. Im sogenannten Chemiedreieck mit wichtigen Standorten wie Leuna und Schkopau arbeiten nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit etwa 10.000 Menschen in rund 100 Unternehmen. Diese Branche steht seit längerer Zeit unter erheblichem Druck, der sowohl durch die hohen Energiepreise als auch durch die internationale Konkurrenzsituation verursacht wird.

Die aktuelle Situation verdeutlicht nach Ansicht von Experten die komplexe Herausforderung, Klimaschutzziele mit wirtschaftlicher Wettbewerbsfähigkeit in Einklang zu bringen. Die Forderungen von Ministerpräsident Schulze spiegeln die wachsende Sorge wider, dass europäische Unternehmen im globalen Wettbewerb durch regulatorische Lasten benachteiligt werden könnten.

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