Deutsche Exporte erholen sich leicht, doch Industrieproduktion bleibt schwach
Exporte erholen sich, Industrieproduktion bleibt schwach

Konjunktur in schwierigen Zeiten: Exporte geben Hoffnung, Industrie bleibt schwach

Die jüngsten Wirtschaftsdaten aus Deutschland zeigen ein gemischtes Bild: Während die Exporte im Februar 2026 nach einem schwachen Jahresstart wieder leicht zulegten, fiel die Industrieproduktion überraschend. Der erhoffte Aufschwung der deutschen Wirtschaft nach drei mageren Jahren lässt weiter auf sich warten, wie aktuelle Zahlen des Statistischen Bundesamtes belegen.

Exporte zeigen leichte Erholung

Im Februar 2026 verkauften deutsche Unternehmen Waren im Wert von 135,2 Milliarden Euro ins Ausland. Dies entspricht einem Anstieg von 3,6 Prozent gegenüber dem Vormonat Januar. Auch im Vergleich zum Februar des Vorjahres 2025 gab es ein Plus von 2,9 Prozent. Doch diese Entwicklung ist regional unterschiedlich: Während die Geschäfte mit EU-Partnerländern zulegten, gab es auf den wichtigen Märkten USA und China Rückschläge.

Die Exporte in die Vereinigten Staaten, Deutschlands wichtigsten Abnehmerstaat, fielen im Februar 2026 um 7,5 Prozent gegenüber dem Vormonat und sogar um 13,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. „Wenn die Ausfuhren in den wichtigsten Abnehmerstaat deutscher Güter rückläufig sind, ist dies jedenfalls kein gutes Signal“, kommentiert Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der Liechtensteiner VP Bank.

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Industrieproduktion enttäuscht Erwartungen

Parallel zur leichten Export-Erholung sank die Industrieproduktion im Februar 2026 um 0,3 Prozent. Analysten hatten eigentlich mit einem Anstieg von 0,7 Prozent gerechnet. Die Januar-Zahlen wurden zwar nachträglich von einem Minus von 0,5 Prozent auf eine Stagnation korrigiert, doch die Gesamtentwicklung bleibt enttäuschend.

Volker Treier, Außenwirtschaftschef der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK), ordnet ein: „Die Produktion hat schon vor dem Iran-Krieg wegen hohen Kostendrucks auf dem schwachen Vorjahresniveau verharrt. Der Energiepreisschock ist eine Hypothek für die Industriekonjunktur in Deutschland.“

Geopolitische Risiken belasten weiterhin

Die wirtschaftliche Entwicklung Deutschlands hängt nach Einschätzung des Bundeswirtschaftsministeriums „entscheidend vom Fortgang der Konfliktsituation im Nahen Osten“ ab. Der Iran-Krieg, der am 28. Februar 2026 begann, belastet weiterhin die Konjunktur. Der Bundesverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA) rechnet damit, dass die wirtschaftlichen Folgen noch längere Zeit spürbar bleiben werden.

BGA-Präsident Dirk Jandura warnt: „Wir dürfen uns hier nichts vormachen: Das ist keine Trendwende, sondern bestenfalls eine Atempause. Die positiven Februarzahlen dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass der deutsche Außenhandel auf einem zunehmend fragilen Fundament steht.“

Gemischte Aussichten für 2026

Trotz der schwierigen Rahmenbedingungen zeigen sich viele deutsche Exporteure zuversichtlich. Laut einer Umfrage des Kreditversicherers Allianz Trade erwarten 83 Prozent der befragten Unternehmen für das laufende Jahr steigende Exportumsätze. Allianz-Experte Björn Griesbach stellt fest, dass die Märkte auf den Waffenstillstand euphorisch reagiert hätten, warnt aber: „Das Risiko ist keineswegs vom Tisch.“

Für das Gesamtjahr 2026 erwartet der BGA ein Exportplus von 0,6 Prozent. Im Jahr 2025 waren die deutschen Exporte erstmals seit zwei Jahren wieder leicht gewachsen – trotz des anhaltenden Zollstreits mit der US-Regierung unter Präsident Donald Trump.

Die wichtigsten Faktoren für die weitere wirtschaftliche Entwicklung bleiben:

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  • Die Entwicklung des Iran-Konflikts und mögliche dauerhafte Lösungen
  • Die Entwicklung der Energiepreise und deren Auswirkungen auf die Industrie
  • Die Handelsbeziehungen zu wichtigen Partnern wie den USA und China
  • Die Entwicklung des privaten Konsums angesichts gestiegener Preise