IAB-Prognose 2026: Deutsche Wirtschaft stagniert - Fachkräftemangel verschärft sich
IAB-Prognose: Kaum Wachstum, größerer Fachkräftemangel

IAB-Prognose 2026: Deutsche Wirtschaft stagniert - Fachkräftemangel verschärft sich

Die deutsche Wirtschaft kommt trotz milliardenschwerer Fiskalpakete der Bundesregierung im laufenden Jahr 2026 nur schwer voran. Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) prognostiziert ein minimales Wachstum von lediglich 0,8 Prozent. Die Experten aus Nürnberg sehen die Konjunktur durch mehrere Faktoren gebremst.

Geopolitische Risiken belasten die Wirtschaft

Vor allem geopolitischer Gegenwind wie der Krieg im Iran drückt die Wachstumsaussichten. Allein die Krise im Nahen Osten lässt das Bruttoinlandsprodukt um 0,2 bis 0,3 Prozentpunkte geringer ausfallen. Die damit verbundenen Energiepreissteigerungen und Handelsstörungen wirken sich besonders negativ auf die Industrie aus.

Demografischer Wandel verschärft Fachkräftemangel

Ein weiteres strukturelles Problem ist die Demografie: Das Erwerbspersonenpotenzial sinkt erstmals um 40.000 auf 48,62 Millionen Menschen. Der Renteneintritt der Babyboomer-Jahrgänge verschärft den Fachkräftemangel in Deutschland erheblich. Diese Entwicklung stellt die Wirtschaft vor zusätzliche Herausforderungen bei der Transformation.

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Arbeitsmarktentwicklung mit gemischten Signalen

Die Zahl der Arbeitslosen wird im Jahresdurchschnitt 2026 um 40.000 Personen steigen, wobei dieser Anstieg hauptsächlich in der ersten Jahreshälfte zu erwarten ist. In der zweiten Jahreshälfte könnte es zu einem leichten Rückgang kommen. Die Beschäftigungsentwicklung verläuft jedoch sehr unterschiedlich zwischen den Sektoren.

Industrie verliert massiv Arbeitsplätze

Neue Arbeitsplätze entstehen fast ausschließlich bei öffentlichen Dienstleistern, im Gesundheitsbereich und in der Erziehung. In der Industrie schrumpft die Beschäftigung dagegen weiter. „Der Irankrieg und die damit verbundenen Energiepreissteigerungen und Handelsstörungen belasten die Beschäftigungsentwicklung in der Industrie zusätzlich“, erklärt IAB-Forscher Enzo Weber. Der Prognose zufolge gehen allein in diesem Sektor 140.000 Arbeitsplätze verloren.

Die Kombination aus geringem Wachstum, geopolitischen Risiken und demografischen Herausforderungen stellt die deutsche Wirtschaft vor erhebliche Bewährungsproben. Trotz der finanziellen Unterstützung durch den Bund bleiben die strukturellen Probleme damit weiterhin ungelöst.

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