Frost bremst Spargelernte in Mitteldeutschland - Saisonstart erst nach Ostern
Frost bremst Spargelernte - Saisonstart erst nach Ostern

Frostige Nächte bremsen Spargelernte in Mitteldeutschland

Die Vorfreude auf frischen Spargel wird für Genießer in Mitteldeutschland noch etwas gedämpft. Frostige Temperaturen in den Nächten haben den Start der Spargelsaison in Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt deutlich verzögert. Während vereinzelt bereits die ersten Stangen gestochen werden, rechnen die meisten Erzeuger mit einem richtigen Erntebeginn erst in der Woche nach Ostern.

Wetter bestimmt den Erntestart

René Heidig vom Nieschützer Spargelhof in Sachsen erklärt die Situation: „Ich gehe aktuell davon aus, dass wir vielleicht um den 10. April mit Spargel rechnen können. Aber da muss der Wettergott mitspielen.“ Der Boden benötige noch Zeit, um sich ausreichend aufzuwärmen, da die nächtliche Kälte die tagsüber gewonnene Wärme schnell wieder zunichtemache. Diese Einschätzung teilen auch Jan-Niclas Imholze aus dem thüringischen Kutzleben und Patrick Wolter von der Agrargenossenschaft Hohenseeden/Parchen in Sachsen-Anhalt.

Jürgen Schulze vom Verband der ostdeutschen Spargel- und Beerenobstbauern bestätigt, dass auf leichten Böden und in begünstigten Lagen wie Hanglagen bereits erste Stangen geerntet werden. Der flächendeckende Start der Saison wird jedoch vielerorts erst nach den Osterfeiertagen erfolgen.

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Klassiker und Trendsetter auf dem Teller

Der helle Bleichspargel bleibt unangefochten der Klassiker und Renner bei den Kunden. Allerdings verzeichnet Jan-Niclas Imholze einen wachsenden Trend: „Die Nachfrage nach grünem Spargel ist in den vergangenen Jahren gewachsen.“ Der grüne Spargel punktet mit einfacher Handhabung – er muss meist nicht geschält werden und eignet sich ideal für die Zubereitung auf dem Grill, in der Pfanne oder im Ofen.

Frische erkennen und Preise einschätzen

Frische ist beim Spargel das A und O. Ein einfacher Trick hilft dabei: der Quietschtest. „Man reibt zwei Spargelstangen aneinander. Wenn ein leichtes Quietschgeräusch zu hören ist, ist das ein gutes Indiz für Frische“, erklärt René Heidig. Feuchte Schnittstellen sind ein weiteres Qualitätsmerkmal. Der sicherste Weg zu frischem Spargel führt direkt zum Erzeuger.

Bei den Preisen halten sich die Erzeuger noch bedeckt. Patrick Wolter aus Sachsen-Anhalt nennt jedoch erste Orientierungswerte: Standardware könnte bei etwa 13 bis 14 Euro pro Kilogramm liegen, während es am Verkaufsstand auch Ware ab sechs Euro geben wird. Der Preis variiert je nach Dicke der Stangen und Qualität – Bruchspargel ist beispielsweise günstiger als makellose Ware.

Zubereitungstipps der Profis

Die Spargelexperten schwören auf puristische Zubereitungsmethoden. René Heidig empfiehlt für Bleichspargel: „Zwölf Minuten dünsten, dazu eine Kartoffel, etwas Butter und eine Scheibe Zunge.“ Grüner Spargel hingegen kommt bei ihm mit Olivenöl, Tomate, Pfeffer und Salz in die Pfanne. Jan-Niclas Imholze rät zu grünem Spargel angebraten mit Balsamico und Schinken, während weißer Spargel mit Butter, Kartoffeln und einem Schnitzel harmoniert.

Jürgen Schulze betont den persönlichen Geschmack: „Der Spargel muss ‚Al dente‘ sein – also bloß nicht verkocht.“ Gleichzeitig kennt er auch Liebhaber, die ihn weich bevorzugen. Die Vielseitigkeit des Gemüses macht es zum idealen Begleiter – ob vegan, vegetarisch oder mit Fleisch.

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