Stralsunder Werft: Erster Großblock für neues Bundes-Forschungsschiff eingetroffen
Großblock für Forschungsschiff in Stralsund angekommen

Frischer Wind für den Schiffbau in Stralsund: Erster Großblock eingetroffen

Mit der Ankunft eines massiven Schiffblocks hat in Stralsund ein bedeutendes Neubauprojekt konkrete Formen angenommen. Das Schwerlastschiff Aura transportierte aus Litauen einen wesentlichen Teil des künftigen Fischereiforschungsschiffes Walther Herwig zum traditionsreichen Werftgelände an der Ostseeküste. Bereits jetzt lassen sich die Konturen des Bugs deutlich erkennen – ein sichtbares Zeichen für den wiederbelebten Schiffbau an diesem Standort.

Lieferung aus Litauen und Fertigung vor Ort

Eine Sprecherin des Schiffbauunternehmens Fassmer mit Hauptsitz im niedersächsischen Berne bestätigte, dass ein weiterer großer Block aktuell noch im litauischen Klaipėda gefertigt wird. Fassmer hatte sich erst vor kurzer Zeit als Pächter auf dem Stralsunder Werftareal niedergelassen und damit neue maritime Perspektiven eröffnet.

„Die entsprechenden Arbeiten starten derzeit vor Ort“, teilte die Unternehmenssprecherin mit. Neben den angelieferten Komponenten werden zahlreiche weitere Blöcke und Sektionen direkt in den Stralsunder Werfthallen produziert. Der Zeitplan bleibt ambitioniert: Die Ablieferung des hochmodernen Forschungsschiffes ist weiterhin für das Jahr 2027 vorgesehen.

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Erster Großneubau seit der MV-Werften-Insolvenz

Dieses Projekt markiert einen wichtigen Meilenstein, denn es handelt sich um den ersten Neubau eines großen Schiffes auf der Werft seit der Insolvenz der MV Werften Gruppe im Jahr 2022. Nach dieser Zäsur übernahm die Stadt Stralsund das Werftgelände und entwickelte es zu einem maritimen Gewerbepark weiter, der nun mit dem Fassmer-Engagement neue Dynamik erfährt.

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft investiert rund 240 Millionen Euro in das Forschungsvorhaben. Die Walther Herwig wird mit etwa 85 Metern Länge und 18 Metern Breite das größte Schiff in der Flotte der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE). Sie soll ihren 1993 in Dienst gestellten Vorgänger, die Walther Herwig III, ablösen und in Nord- und Ostsee sowie im Nordatlantik von den Subtropen bis Grönland eingesetzt werden.

Perspektiven für den Standort Stralsund

„Darüber hinaus prüft Fassmer aktuell verschiedene Möglichkeiten, welche weiteren Projekte künftig sinnvoll am Standort Stralsund umgesetzt werden können“, erläuterte die Sprecherin. Langfristig soll das Gelände nicht nur für Neubauaktivitäten, sondern auch für Reparatur- und Wartungsaufträge genutzt werden.

Bereits jetzt wurden neue Mitarbeiter eingestellt, und weitere Vorstellungsgespräche laufen. Obwohl konkrete Mitarbeiterzahlen nicht genannt wurden, signalisiert diese Personalaufstockung das wachsende Vertrauen in die Zukunft des Schiffbaustandortes. Die Ankunft des ersten Großblocks ist somit mehr als nur ein logistischer Akt – sie ist ein Symbol für den wiedererstarkenden maritimen Wirtschaftszweig in der Region.

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