Lufthansa-Streik am Donnerstag: Flugausfälle und Verspätungen drohen
Lufthansa-Streik: Flugausfälle am Donnerstag

Lufthansa-Streik am Donnerstag: Flugausfälle und Verspätungen drohen

Passagiere der Lufthansa müssen sich am Donnerstag auf erhebliche Flugausfälle und Verspätungen einstellen. Grund dafür sind gleichzeitige Arbeitskampfmaßnahmen der Piloten und Flugbegleiter, die den gesamten Tag über andauern sollen. Sämtliche Starts ab Deutschland sind von dem Streik betroffen, einschließlich Frachtflüge, was das 100. Jubiläumsjahr der Lufthansa überschattet. Das genaue Ausmaß der Ausfälle war zunächst unklar, da das Unternehmen auf genauere Informationen von den Gewerkschaften wartet.

Gewerkschaften rufen zum Streik auf

Die Gewerkschaften Vereinigung Cockpit für die Piloten und die Kabinengewerkschaft Ufo für die Flugbegleiter haben zu dem Streik aufgerufen. Offiziell streiken die Piloten für höhere Arbeitgeberbeiträge zu den Betriebs- und Übergangsrenten, wobei eine Urabstimmung im Herbst bereits eine Mehrheit für Arbeitskampfmaßnahmen ergeben hat. Ufo hingegen will ohne Urabstimmung mit einem Warnstreik Verhandlungen zu Tarifverträgen bei der Kerngesellschaft Lufthansa und der Regionaltochter Cityline erzwingen, da dort rund 800 Jobs bedroht sind.

Konzernstrategie unter Beschuss

Unter den Schlagworten „Produktivität“ und „Flexibilität“ fordert Lufthansa tarifliche Verschlechterungen, die sich laut Ufo-Tarifexperte Harry Jaeger direkt auf die Arbeitsbelastung und die Planbarkeit des Privatlebens auswirken. Gleichzeitig verweigere der Arbeitgeber Diskussionen über Schutzmechanismen für die Beschäftigten. Hintergrund ist die Konzernstrategie, mit neuen Flugbetrieben wie Lufthansa City Airlines und Discover kostengünstigere Tarifbedingungen durchzusetzen, wo Crews weniger verdienen.

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Expansion der City Airlines

Am Dienstag gab der Lufthansa-Konzern bekannt, dass die neue Gesellschaft City Airlines nun auch das Drehkreuz Frankfurt bedient. Bis zum Herbst soll die Flotte am Rhein-Main-Flughafen auf sieben Flugzeuge vom Typ Airbus A320 mit neuester Triebwerksgeneration wachsen. Bislang sind 13 Flugzeuge in München stationiert. City Airlines ist voll in den Lufthansa-Flugplan integriert, was für Passagiere kaum erkennbar ist. Ein ähnliches Konzept verfolgt der Konzern bei der Tochter Discover.

Personalaufbau in Frankfurt

Für das Wachstum der 100-prozentigen Tochter stellt der Konzern in Frankfurt neu ein. Bereits 60 Kräfte wurden gewonnen, und die Einstellung von 280 weiteren Beschäftigten ist geplant. Aktuell beschäftigt die Airline rund 450 Menschen. Dieser Personalaufbau steht im Kontrast zu den Streikforderungen, die auf den Schutz bestehender Jobs und faire Tarifverträge abzielen.

Der Streik am Donnerstag markiert einen Höhepunkt in den anhaltenden Tarifkonflikten bei der Lufthansa, die durch die Konzernstrategie mit neuen Billig-Töchtern verschärft werden. Passagiere sollten sich auf erhebliche Beeinträchtigungen einstellen und ihre Reisepläne entsprechend anpassen.

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