Die Reederei „Meine Fähre“ stellt den Betrieb endgültig ein. Ab nächster Woche wird die Fähre nicht mehr zwischen Norddeich und der Nordsee-Insel Norderney pendeln. Das Unternehmen hatte im März Insolvenz angemeldet und keinen Investor gefunden.
Ende einer jungen Reederei
Mehrere Gesellschafter, darunter Hoteliers und eine Stiftung, gründeten die Meine Fähre GmbH erst 2022. Sie investierten eine niedrige Millionensumme, um die erste Fähre auf einer Werft im niederländischen Groningen bauen zu lassen. Seit Herbst 2024 war die „Meine Fähre 1“ im Einsatz und transportierte Personen, Fahrräder und Autos zwischen Norddeich und Norderney. Seit Januar 2026 ergänzte die kleinere Personenfähre „Meine Fähre 2“ das Angebot auf der Strecke zwischen der Insel und dem Festland.
Warum es zur Pleite kam
Nach Angaben des Unternehmens war die Fährverbindung gut ausgelastet. Doch die hohen Betriebskosten überstiegen offenbar die Einnahmen. Am 5. März stellte die Meine Fähre GmbH Insolvenzantrag beim Amtsgericht Aurich. Der Insolvenzverwalter Dr. Hans-Joachim Berner führte Gespräche mit anderen Reedereien, um eine Übernahme zu ermöglichen – jedoch ohne Erfolg. Am 3. Mai um 18.30 Uhr wird die letzte Überfahrt stattfinden.
Stellungnahme des Insolvenzverwalters
Dr. Berner erklärte in einer Mitteilung: „Die Zahlen sprechen eine eindeutige Sprache. Die Summe der Belastungen war letztlich zu hoch und Perspektiven zur dauerhaften Sanierung sind nicht absehbar. Zur Einstellung des Fährbetriebs blieb keine Alternative. Verluste müssen nun einmal endlich sein und die Regelungen des Sanierungsrechts sind dahingehend eindeutig.“
Folgen für die Mitarbeiter
Die Gesellschafter zeigten sich betroffen: „Das Einstellen des Fährbetriebes fällt uns außerordentlich schwer. Über die vergangenen zwei Jahre hinweg war es unser Anspruch, eine weitere Verbindung zwischen Norddeich und Norderney zu schaffen. Wir haben seitens der Fahrgäste und der Bevölkerung große Unterstützung für dieses Vorhaben erfahren. Umso schmerzlicher ist es, diesen Weg nun beenden zu müssen.“ 20 Mitarbeiter verlieren ihren Arbeitsplatz. Die Löhne und Gehälter sind noch bis Ende Mai 2026 gesichert. Das Unternehmen will die Mitarbeiter bei der Jobsuche unterstützen.



