14-Jähriger aus Rostock will eigene IT-Firma gründen - Familiengericht muss zustimmen
14-Jähriger will IT-Firma gründen - Gericht muss zustimmen

14-Jähriger aus Rostock will mit eigener IT-Firma Unternehmen datensicher machen

Ein junger Tüftler aus Rostock hat Großes vor: Der 14-jährige Schüler Malte Schröder möchte seine eigene IT-Firma gründen und Unternehmen mit einer speziellen KI-Box unabhängiger und datensicherer machen. Da er jedoch noch vier Jahre vom gesetzlichen Mindestalter für eine Gewerbegründung entfernt ist, muss er dafür die Zustimmung des Familiengerichts einholen.

Vom Computerspieler zum Programmier-Talent

Die Begeisterung für Technik begann bei Malte bereits im Kindergartenalter. Mit fünf Jahren beobachtete er fasziniert, wie sein älterer Bruder „Star Wars: Battlefront“ am Computer spielte. Zur Einschulung bekam er dann seinen ersten eigenen Computer geschenkt. Doch schon bald stellte der junge Rostocker fest: „Nur spielen machte mir bald keinen Spaß mehr. Zu langweilig“.

Mit neun Jahren stand sein Berufswunsch fest: „Ich will Programmierer werden!“ Mit Unterstützung seines Vaters, der im IT-Bereich bei der Bundeswehr arbeitet, brachte sich Malte verschiedene Programmiersprachen bei – zunächst durch Online-Kurse, später mithilfe von Künstlicher Intelligenz.

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Sein Talent hat sich bereits ausgezahlt: Beim Regionalwettbewerb „Jugend forscht Junior“ in Rostock gewann der 14-Jährige mit einer selbst entwickelten News-App den zweiten Platz im Bereich Mathematik/Informatik. Sowohl Unternehmen als auch die Universität Rostock haben bereits Interesse an seinen Fähigkeiten gezeigt.

Die Vision: Datensichere KI-Box für Unternehmen

Jetzt plant Malte den nächsten großen Schritt. „Firmen arbeiten momentan mit externen Technologien und Fremdanbietern, die ihre Daten auf externe Server verschieben, wo sie verarbeitet werden“, erklärt der angehende Jungunternehmer. „Das ist problematisch – sowohl für die Datensicherheit als auch für die Kosten.“

Seine Lösung: Eine kostengünstige, datensichere Box, die ausschließlich im Firmennetzwerk läuft und Unternehmen eine lokale Alternative zu Cloud-Diensten bietet. Das kompakte Produktpaket soll drei Hauptfunktionen vereinen:

  • Eine lokale KI-Plattform mit zugangsbeschränktem Zugriff auf interne Daten
  • Eine Datenbank mit Lesezugriff für die KI
  • Einen Kommunikationsserver auf Basis des Matrix-Protokolls

„Meine Box verbraucht wesentlich weniger Strom und ist trotzdem extrem leistungsfähig“, betont Malte. Möglich mache dies eine Hardware-Architektur auf Basis der lizenzfreien RISC‑V-Befehlssätze, die energieeffizienter und günstiger sei als herkömmliche Systeme.

Der Weg zur Firmengründung führt vor Gericht

Die Technologie entwickelt sich rasend schnell – und Malte möchte nicht warten, bis er 18 ist. „Ich kann nicht warten, bis ich 18 bin, wenn ich Teil der Entwicklung sein möchte“, begründet er seinen Antrag beim Familiengericht.

Die rechtliche Absicherung ist ihm wichtig: „Ich möchte sicherstellen, dass ich rechtlich abgesichert bin. Denn sobald ich mein Produkt mit Firmen teste, bin ich auf Verträge angewiesen, um sauber zu arbeiten.“ Seine Eltern unterstützen ihn voll und ganz – seine Mutter als Selbstständige bei rechtlichen Fragen, sein Vater bei inhaltlichen IT-Themen.

Zwischen Computer, Freizeit und Schule muss der 14-Jährige einen Balanceakt meistern. Vom Informatik-Unterricht ist er freigestellt, um sich seiner „Arbeit“ zu widmen. „Schulpflicht eben“, kommentiert er die anderen Fächer, die er weiterhin besucht. Sein Notendurchschnitt sei gut, und das Abitur wolle er auf jeden Fall machen.

Konkrete Pläne und der Name „Radixura“

Das nächste Ziel ist der Bau eines Prototyps innerhalb eines Jahres. Die Hardwarekosten schätzt Malte als überschaubar ein: „Die Chips beginnen bei wenigen Cent, ein Mainboard kostet rund 300 Euro, und die hochmodernen KI-Beschleunigerkarten, die ich nutzen möchte, liegen bei etwa 1500 Euro pro Stück.“ Für die Finanzierung hofft er auf Sponsoren und Investoren.

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Sein Unternehmen soll den Namen „Radixura“ tragen – abgeleitet von den lateinischen Begriffen für Wurzel und Zukunft. „Ich will die Wurzeln der zukünftigen Technologie mitbegründen“, erklärt der 14-Jährige. „Je jünger ich anfange, desto mehr Zeit habe ich, um Fehler zu machen und aus ihnen zu lernen.“

Unterstützung erhält Malte nicht nur von seiner Familie, sondern auch von seinen Mentoren Thomas Borowitz und Kay Mieske aus dem Schülerforschungslabor MikroMint. Sein Ziel ist klar: „Ich will ein System basierend auf meinen Werten schaffen, das sicher ist, den Firmen echte Mehrwerte bringt und technologisch zukunftsweisend ist.“

Der junge Rostocker ist überzeugt: „Man darf heutzutage nicht nur zuschauen, wie sich die Technologie entwickelt. Man muss Teil davon werden.“ Davon will er nun auch das Familiengericht überzeugen, um seinen Traum von der eigenen IT-Firma verwirklichen zu können.